Haus der tausend Spiegel

Gerdom, Susanne
Haus der tausend Spiegel
München ; cbt, 2016
ISBN 978-3-570-31074-8
413 S. – 12,99 €

Inhalt:
Die Hexe Annick muss das Geheimnis um das mysteriöse Anwesen der van Leuvens lösen, damit sie zum Studium zugelassen werden kann.

Rezension:
Das Buch hat mich zunächst von seinem Cover her angezogen. Mysteriös und scheinbar spannend.
Die Geschichte spielt in Antwerpen, scheinbar in der heutigen Zeit, in der die Menschen Kenntnis darüber haben, dass es Hexen gibt, welche allerdings in ihren Bereichen, dem Hexenviertel, bleiben müssen und dieses nur mit einem Passierschein verlassen dürfen.
Die Hauptfigur Annick möchte Chaosmagie studieren und damit sie zugelassen werden kann, hat sie eine Aufgabe zu meistern. Sie soll sich das Anwesen der Familie van Leuven, die nebenbei bemerkt viele Hexen in den Hexenkriegen getötet hat, genau ansehen und das Mysterium dort lösen. Schnell erhält sie dort eine Stelle als Kindermädchen für den äußerst verängstigten fünfjährigen Elias, Sohn des Hausherrn. Sie soll dafür sorgen, dass er aus seinem Versteck, einem Koffer, herauskommt. Dabei nimmt sie wahr, dass der kleine Junge kaum versorgt wird und eine tiefe Angst vor seinem Vater Gabriel hat.

Je mehr man in die Geschichte einsteigt, umso mehr Mysterien tauchen auf. Die Beziehung der anscheinbaren Brüder Gabriel und Daniel, der Hund der Haushälterin sowie die Verstecke im Keller und der Garten um nur einige wenige zu nennen. Leider gelingt es der Autorin nicht, das alles flüssig zu verpacken. Sie schneidet hingegen eine spannende Sache an und hört dann unvermittelt auf, aber bekommt dies nicht wieder gut auf die Reihe. Man wird immer wieder angeheizt, aber bekommt nichts Schlüssiges. Mal abgesehen davon, dass man schnell erkennt, was zwischen Gabriel und Daniel der Fall ist.
Oft dachte ich mir, dass ich aufhören möchte, aber dennoch hatte das Buch etwas an sich, dass mich nicht losließ.

Der störende Faktor in der Geschichte war Annick teilweise selbst. Vor allem als sie so schnippisch und zickig gegenüber Gabriel war. Wohl bemerkt ist er ihr Arbeitgeber. Jeder würde seine neue Angestellte umgehend entlassen, wenn sie sich so verhält.
Zudem wurde es zum Ende hin inmer wieder recht verwirrend. Befand Annick sich jetzt noch in der Wirklichkeit oder war sie Opfer eines Zaubers geworden? Die Sprünge dazwischen waren nicht wirklich erkennbar.

Was mir einige Zeit nach dem Fertig-Lesen des Buches eingefallen ist, dass es irgendwie eine Mischung von „Die Schöne und das Biest“ sowie „Blaubart“ ist.

Fazit:
„Haus der tausend Spiegel“ hat eine gute Grundidee, die aber manchmal unter dem Schreibstil der Autorin leidet. Sei es durch Sprünge an spannenden Stellen oder unpassenden Formulierungen damit die Spiegel hervorgehoben werden. Trotzdem vermag man nicht, dass Buch vor dem Ende zur Seite zu legen. Leider ist das Ende viel zu glatt und kitschig.
3 Büchersterne