Ewig: Wenn Liebe erwacht

Thomas, Rhiannon
Wenn Liebe erwacht
Engl. Titel: A wicked thing
Frankfurt am Main : Sauerländer, 2017
ISBN 978-3-7373-5469-1
399 S.

Ewig-Dilogie:
Bd. 1: Wenn Liebe erwacht
Bd. 2: Wenn Liebe entflammt

Inhalt:
Aurora erwacht nach 102 Jahren Schlaf, erweckt durch den Kuss der wahren Liebe. Aber liebt sie den Prinzen wirklich und muss sie ihn heiraten?

Rezension:
Mit Ewig erzählt die Autorin die Geschichte von Dornröschen weiter, ab dem Zeitpunkt wo sie vom Prinzen aus ihrem Tiefschlaf erweckt wird. Während im Märchen alles so wunderschön romantisch endet, alle sind glücklich usw., ist es in dieser Geschichte nicht ganz so.

Aurora ist zutiefst verunsichert über die sich ihr ausbreitende Welt. In den 100 Jahren hat sich viel getan, z.B. Licht ohne jegliche Form von Magie. Das wohl schlimmste aber ist die Einsamkeit, die man aber nur erahnen kann, da sie anfangs flüchtig erwähnt wird. Aus ihrer „Zeit“ ist nur noch Aurora am Leben, ihre Eltern und die Angestellten am Hofe sind alle verstorben, selbst die Hexe, die Aurora einst verfluchte, ist scheinbar vom Erdboden verschluckt.

Mich störte sehr schnell, dass Autora alles über sich hat ergehen lassen. Gut, sie muss sich erstmal zurechtfinden, aber immerhin ist sie die Kronprinzessin, es ihr rechtmäßiger Anspruch. Stattdessen lässt sie sich vom König und von der Königin einsperren, rumkommandieren und zu einer Hochzeit mit dem Prinzen drängen, nur weil er sich wachgeküsst hat. Lässt zu, dass der Adel sie für ein dummes Ding hält. Sie möchte das Volk glücklich machen, denkt aber erst viel zu spät daran, was sie eigentlich will.
Dabei merkt man, dass sie was auf dem Kasten hat.

Einer, der dies bemerkt, ist Prinz Finnegan, der versucht so viel Zeit wie möglich mit ihr zu verbringen. Er ist es auch, der ihr zeigt, was wirklich hinter dem König steckt und dass er sie auf seiner Seite haben möchte.

Fazit:
Trotz meiner Kritik an der Hauptfigur ist die Geschichte dank ihrer zahlreichen unterschiedlichen Nebenrollen ein netter Zeitvertreib und dank der Tatsache, dass es nur zwei Bände sind, möchte man gerne wissen wie es zu Ende geht.
4 Büchersterne

Haus der tausend Spiegel

Gerdom, Susanne
Haus der tausend Spiegel
München ; cbt, 2016
ISBN 978-3-570-31074-8
413 S. – 12,99 €

Inhalt:
Die Hexe Annick muss das Geheimnis um das mysteriöse Anwesen der van Leuvens lösen, damit sie zum Studium zugelassen werden kann.

Rezension:
Das Buch hat mich zunächst von seinem Cover her angezogen. Mysteriös und scheinbar spannend.
Die Geschichte spielt in Antwerpen, scheinbar in der heutigen Zeit, in der die Menschen Kenntnis darüber haben, dass es Hexen gibt, welche allerdings in ihren Bereichen, dem Hexenviertel, bleiben müssen und dieses nur mit einem Passierschein verlassen dürfen.
Die Hauptfigur Annick möchte Chaosmagie studieren und damit sie zugelassen werden kann, hat sie eine Aufgabe zu meistern. Sie soll sich das Anwesen der Familie van Leuven, die nebenbei bemerkt viele Hexen in den Hexenkriegen getötet hat, genau ansehen und das Mysterium dort lösen. Schnell erhält sie dort eine Stelle als Kindermädchen für den äußerst verängstigten fünfjährigen Elias, Sohn des Hausherrn. Sie soll dafür sorgen, dass er aus seinem Versteck, einem Koffer, herauskommt. Dabei nimmt sie wahr, dass der kleine Junge kaum versorgt wird und eine tiefe Angst vor seinem Vater Gabriel hat.

Je mehr man in die Geschichte einsteigt, umso mehr Mysterien tauchen auf. Die Beziehung der anscheinbaren Brüder Gabriel und Daniel, der Hund der Haushälterin sowie die Verstecke im Keller und der Garten um nur einige wenige zu nennen. Leider gelingt es der Autorin nicht, das alles flüssig zu verpacken. Sie schneidet hingegen eine spannende Sache an und hört dann unvermittelt auf, aber bekommt dies nicht wieder gut auf die Reihe. Man wird immer wieder angeheizt, aber bekommt nichts Schlüssiges. Mal abgesehen davon, dass man schnell erkennt, was zwischen Gabriel und Daniel der Fall ist.
Oft dachte ich mir, dass ich aufhören möchte, aber dennoch hatte das Buch etwas an sich, dass mich nicht losließ.

Der störende Faktor in der Geschichte war Annick teilweise selbst. Vor allem als sie so schnippisch und zickig gegenüber Gabriel war. Wohl bemerkt ist er ihr Arbeitgeber. Jeder würde seine neue Angestellte umgehend entlassen, wenn sie sich so verhält.
Zudem wurde es zum Ende hin inmer wieder recht verwirrend. Befand Annick sich jetzt noch in der Wirklichkeit oder war sie Opfer eines Zaubers geworden? Die Sprünge dazwischen waren nicht wirklich erkennbar.

Was mir einige Zeit nach dem Fertig-Lesen des Buches eingefallen ist, dass es irgendwie eine Mischung von „Die Schöne und das Biest“ sowie „Blaubart“ ist.

Fazit:
„Haus der tausend Spiegel“ hat eine gute Grundidee, die aber manchmal unter dem Schreibstil der Autorin leidet. Sei es durch Sprünge an spannenden Stellen oder unpassenden Formulierungen damit die Spiegel hervorgehoben werden. Trotzdem vermag man nicht, dass Buch vor dem Ende zur Seite zu legen. Leider ist das Ende viel zu glatt und kitschig.
3 Büchersterne

Die Bibliothek der besonderen Kinder

Riggs, Ransom
Die Bibliothek der besonderen Kinder
Engl. Titel: Library of souls
München ; Knaur, 2016
ISBN 978-3-426-52027-7
541 S. – 14,99 €

Trilogie:
Bd. 1: Die Insel der besonderen Kinder
Bd. 2: Die Stadt der besonderen Kinder
Bd. 3: Die Bibliothek der besonderen Kinder

Inhalt:
Jacob und Emma müssen ihre Freunde retten. Aber diese werden von den Wights in einer gefährlichen Zeitschleife gefangen gehalten…

Rezension:
Im dritten und abschließenden Band der Trilogie geht es noch düsterer als in den Vorgängern zu. Die besonderen Kinder wurden geschnappt und verschleppt. Ebenso wie ihre Ymbrynes (dieses Wort werde ich wohl nie richtig schreiben können -.- ), darunter auch Miss Peregrine. Lediglich Jacob und Emma gelang die Flucht. Sie sind nun auf sich allein gestellt und auf ihnen lastet nicht weniger als die Sicherheit der Menschheit.

Der finstere Bruder von Miss Peregrine ist der Anführer der Wights und seine Pläne könnten nicht dunkler sein. Nicht weniger als die Weltherrschaft strebt er an und dazu nimmt er den Tod der Ymbrynen sowie der besonderen Kinder in Kauf.

Als Schauplatz dient eine der finstersten Zeitschleifen, in der der Abschaum aller Besonderen lebt. Diejenigen die nach Ambrosia süchtig sind und dafür alles geben würden.

Ransom Riggs hat sich für den letzten Teil noch mal ordentlich ins Zeug gelegt und scheut sich nicht die dunkelsten Begierden und den Abrund der Menschlichkeit hinaufzuholen. Jacob und Emma haben es absolut nicht leicht, ihre Freunde und die Ymbrynen leiden. Besonders Jacob wächst über sich hinaus und gibt nicht auf.

Die Geschichte wird wie bisher von zahlreichen Fotos untermalt, die Eindrücke aus der Welt der Besonderen zeigen.

Fazit:
Der finale Band der Besondere-Kinder-Trilogie beantwortet alle Fragen und schließt die Handlung rund um ab. Auch wenn das Ende etwas glattgestriegelt ist, fiebert man mit Jacob und Emma bei ihrer gefährlichen Rettungsmission mit.
4 1/2 Büchersterne

Jackaby

Ritter, William
Jackaby
Englk. Titel: Jackaby
München ; cbt, 2016
ISBN 978-3-570-31088-5
319 S. – 9,99 €

Jackaby-Reihe (4 Bd.):
Bd. 1: Jackaby
Bd. 2: Beastley bones
Bd. 3: Ghostly echoes
Bd. 4: ?

Inhalt:
Abigail verschlägt es nach New Fiddleham. Auf der Suche nach einer Arbeit trifft sie den Detektiv Jackaby, der übernatürliche Dinge sehen kann. Schnell verstricken sich beide in einen Mordfall, bei dem sich Jackaby sicher ist, dass ein Übernatürlicher dahintersteckt…

Rezension:
Die Serie um Jackaby beginnt im Jahr 1892 in New England im Städtchen New Fiddleham. Abigail Rook ist von zuhause abgehauen, weil ihre Eltern sie lieber verheiratet sehen wollten, als das sie weiter studiert. So hat sie das Studiengeld genommen und hat sich vom Acker gemacht.
Der Zufall will es natürlich, dass Jackaby (mal wieder) einen Assistenten sucht und Abigail ihn auf ihre Art überzeugen kann.
Er mag es, dass sie auf Kleinigkeiten achtet, die andere leicht übersehen.

Natürlich erkennt man den Sherlock-Holmes-Zusammenhang. Aber es macht mir nichts aus, da ich Jackaby und Abigail auf ihre Weise charmant finde und es angenehm war ihnen beim Ermitteln zu folgen.
Bei den Nebencharakteren gefiel mir Charlie Cane, der neu bei der Polizei ist und den beiden oftmals Dinge aus den Ermittlungen verraten hat.
Leider hatte ich durch Abigails Detailgenauigkeit schnell raus wer der Mörder ist, aber der Weg der beiden zur Lösung war dennoch interessant und spannend.

Potenzial für die folgenden Bände ist durchaus vorhanden und das auch durch weitere interessante Charaktere, wie z.B. den Geist Jenny oder die Ente Douglas. Insbesondere in Jackabys Haus tritt die Komik ans Licht, wenn er mal wieder experimentiert.

Fazit:
Sherlock-Holmes-Ähnlichkeit hin oder her. Jackaby ist auf seine Art charmant und das erste Buch der Reihe weiß durchaus zu überzeugen.
4 Büchersterne