Engel der Themse

Brickenridge, Anne
(wirkl. Name: Christiane Dieckerhoff)
Engel der Themse
ein viktorianischer Krimi
(Baker Street Bibliothek)
Frankfurt am Main; Dyras-Verlag, 2016
ISBN 978-3-940855-66-4
271 S. – 12,- €

Inhalt:
Immer wieder werden Kinder von den Straßen Londons entführt, aber die Polizei unternimmt nichts. Erst als der Sohn eines Lords verschwindet, beginnen die Ermittlungen. Die Menschen tuscheln, das der Schatten die Kinder holt. Auch Gladys Geschwisterkind verschwand…

Rezension:
Das Buch fiel mir durch sein Cover und seinen Schauplatz auf. Ich mag grundsätzlich historische Romane und das viktorianische England fasziniert mich immer wieder. Viele Steampunk-Geschichten bevorzugen diese zeitliche Kulisse.
Aber man soll sich nicht immer vom Cover leiten lassen.

Hauptperson Gladys lebt auf den Straßen Londons und muss mit ansehen, wie ihre Mutter sich durchschlägt in dem sie sich den Männern anbietet. Dadurch haben sie und ihr Bruder Tom ein weiteres Geschwisterchen bekommen. Ihre Mutter ist stets betrunken und oftmals muss auch Gladys sich Geld verdienen, in dem sie sich verkauft. Eines Tages verschwindet das Baby und beim Tumult werden alle verhaftet und eingesperrt. Fortan muss sich Gladys allein durchschlagen, da ihre Mutter stirbt und ihr Bruder in der Verwahranstalt bleibt.
Sie kommt in eine neue Familie, aber der Hausherr vergeht sich an ihr.

Die zweite Handlungsschiene handelt vom Küchenmädchen Emma, das Opfer einer Verschwörung wird, als man sie der Mittäterschaft im Verschwinden des jungen Lords verdächtigt. Beide Mädchen, die es nicht leicht im Leben haben, lernen sich irgendwann kennen und versuchen gemeinsam den Schatten, den die Bürger Londons fürchten, zu fassen.

Die Idee an der Geschichte ist grundsätzlich gut, aber leider haperte es an der Umsetzung. Der Schreibstil ist oftmals holprig und von kurzen Sätzen dominierend. Zudem werden spannende Szenen so stark verkürzt, dass ich sie beim Lesen fast überlesen hätte. So war das Ende einfach unspektakulär und nahezu problemlos abgearbeitet.
Dazu kommt, dass nicht nur die Täter leicht zu erkennen waren (ca. in der Mitte hatte ich alle Bösewichte erraten), sondern auch das Motiv sowie die weitere Vorgehensweise und ebenso die Handlung.
Hier ist viel Potenzial verschenkt worden.

Fazit:
Ein Krimi aus einer interessanten Zeit, der leider viel zu vorhersehbar war.
3 Büchersterne

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