Die Scanner

Sonntag, Robert M.
Die Scanner
Frankfurt am Main; KJB, 2013
Die Bücher mit dem blauen Band
ISBN 978-3-596-85537-7
189 S. – 12,99 €

Inhalt:
2035: Die Scan AG betreibt allerhand Aufwand um alle Druckerzeugnisse zu bekommen und zu digitalisieren, denn sie wollen alle Zeitungen, Bücher usw. für jeden jederzeit und kostenlos zur Verfügung stellen…

Rezension:
Das Buch habe ich eher zufällig bei einer etwas länger zurückliegenden Arvelle-Bestellung gefunden. Das Thema ließ mich aufhorchen, denn so abwegig ist das alles nicht.
Hinter dem Pseudonym Robert M. Sonntag steckt Martin Schäuble, ein Politikwissenschaftler und Autor. Die Hauptperson Rob alias Robert M. Sonntag, wurde 2010 geboren und gelangte wie alle in die soziale Netzwerkabhängigkeit von Ultranetz. Jederzeit und überall online. Das Leben eines jeden wird bis zum Geht-nicht-mehr ausgeschlachtet. So kannst du beispielsweise einen Streit mit deiner Freundin von deinen „Freunden“ bewerten lassen. Mit der Mobril, einer Brille, bist du überall online und kannst deine Follower mitnehmen.

Rob ist zudem für die Scan AG als sogenannter Scanner unterwegs um Druckerzeugnisse zu sammeln. Er hat allerhand Überzeugungstechniken drauf, um den Leuten ihre Schätze abzuschwatzen. Hab ich nebenbei erwähnt, dass alle Menschen eine Glatze tragen? Der Gleichheit wegen.

Was uns der Autor mit diesem Buch vor Augen führen will, ist wie schnell die Technik wächst und wie wenig wir uns damit auseinandersetzen. Server werden gehackt, virtuelle Profile gestohlen und zweckentfremdet und auch wie sehr man abhängig wird. Wie oft sieht man heute in ihr Smartphone versunkene Menschen, die ihre Umwelt gar nicht mehr wahrnehmen?
Dramatisch wird es, als er den Leser wissen lässt, wohin die ganzen Daten gehen, denn man zweifelt schnell an der ach so großzügen Geste der Scan AG. Wozu jedem jederzeit etwas kostenlos zur Verfügung stellen, wofür man so hart gearbeitet und Geld ausgegeben hat?

Fazit:
Das Buch kommt von seiner Aufmachung her überhaupt nicht gut an. Im Laden hätte ich es absolut liegen gelassen. Schade, dass hier nicht mehr darauf geachtet wurde. Doch die Geschichte ist absolut lesenswert, denn sie hält der Gesellschaft den Spiegel vor. Schaut, was gerade passiert, ändert etwas oder wollt ihr Marionetten der digitalen Welt werden? Das Buch kann man gut und gerne in 10 Jahren wieder hervorholen, wenn es nicht gesannt wurde und schauen, was Wirklichkeit geworden ist.
4 1/2 Büchersterne

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