Die Welt wäre besser ohne dich

Littman, Sarah Darer
Die Welt wär besser ohne dich
Engl. Titel: Backlash
Ravensburg ; Ravensburger Buchverl., 2016
ISBN 978-3-473-40135-2
379 S. – 14,99 €

Inhalt:
Lara will sich umbringen, wird aber von ihrer Familie rechtzeitig entdeckt. Jedoch wird ein Video wie sie in den Krankenwagen geschoben wird gedreht und bei Facebook gepostet. Daraufhin wird sie zum Gespött ihrer Schule und darüber hinaus…

Rezension:
In Sarah Darer Littmans Jugendbuch beschäftigt sie sich mit dem Thema Cybermobbing, welches immer drastischere Formen annimmt. Das Geschehen zeigt sie aus der Sicht von vier Personen.

Lara hat keine leichte Zeit hinter sich. Als sie in der Schule aufgrund ihres leichten Übergewichtes gehänselt wird, setzt ihre Mutter sie auf Diät. Ihre Mutter ist im Stadtrat und die Familie steht im Auge der Öffentlichkeit. Der Druck auf Lara wird bald so groß, dass sie keinen anderen Weg hinaus sieht, als ihr Leben zu beenden. Diese Zeit ist scheinbar überstanden, aber als sie mit Christian chattet und er sie plötzlich vor aller Welt auf ihrer Facebook-Pinnwand abserviert, nimmt Lara eine Überdosis Schlaftabletten.

Sidney ist Laras jüngere Schwester und hat bisher viel zurückgesteckt. Sie ist für ihr Alter schon sehr reif und versteht, warum Lara so viel Aufmerksamkeit benötigt. Aber sie ist auch wütend auf ihre Schwester, da diese sich stets in ihr Schneckenhaus zurückzieht, sobald es Probleme gibt. Sidney ist es auch, die in der Schule stark sein muss, wenn Lara das Thema Nr. 1 ist.

Bree ist Laras ehemalige Freundin und lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder direkt nebenan. Einst waren sie total eng befreundet, aber Bree hatte keine Lust mehr sich Laras Probleme anzuhören und ließ die Freundschaft fallen. Aufgrund einer falschverstandenen Kleinigkeit an der neuen Schule, macht Bree Lara das Leben zur Hölle. Sie faked ein Facebook-Profil und gibt sich als Christian aus, der mit Lara flirtet und sie dann knallhart fallenlässt. Sie ist es auch, die filmt, wie Lara in den Krankenwagen geschoben wird.

Luke ist Brees jüngerer Bruder und wäre gern wieder besser mit Sydney befreundet. Aber seitdem sich Bree und Lara nicht mehr treffen, haben auch die beiden kaum noch Kontakt. Er ist zudem derjenige der Geschwister, der die Tragweite von Brees Handeln stärker beurteilen kann, als Bree selbst. Zudem wird er, da er ihr Bruder ist, umso mehr mit hinein gezogen und sogar bedroht. Er ist im Debatierclub und kann besonders gut seinen Standpunkt mit Argumenten darstellen sowie allgemein die Sachverhalte auf den Punkt bringen.

Neben diesen vier Sichtweisen erleben wir, wie das Mobbing zwei Familien durcheinanderwirbelt und die nahezu mehere Leben zerstört. Wie ganze Existenzen den Bach runtergehen.
Ich konnte mich in alle Personen hineinversetzen, auch in Bree, konnte verstehen, wieso sie so gehandelt hat. Nur Brees Mutter kann ich nicht nachvollziehen, wieso sie ihrer Tochter nicht Einhalt gebot, als sie herausfand, welches Spiel Bree mit Lara treibt. Stattdessen feuerte sie Bree noch an und hat sogar selbst mitgemacht.

Aufgeteilt ist das Buch in drei Teile. Die Gegenwart in der wir erleben, wie Lara ins Krankenhaus kommt, anschließend wie es vor 2 1/2 Monaten aussah und dann wieder zurück in der Gegenwart, als alles aus dem Ruder läuft.

Fazit:
Sarah Darer Littman zeigt was Cyber-Mobbing nicht nur virtuell sondern real verursachen kann und dass nicht nur ein Leben darunter leidet, sondern das von mehreren Personen. Es ist wie eine Teufelsspirale, aus der man nicht herauskommt.
Das Buch packt einen und man kann nicht mehr aufhören zu lesen. Die Brisanz und Gegenwärtigkeit lassen die Geschichte umso realer wirken und regen zum Nachdenken an.
5 Büchersterne. Monatshightlight Juni

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