Infernale

Jordan, Sophie
Infernale
Engl. Titel: Uninvited
Bindlach ; Loewe, 2016
ISBN 978-3-7855-8167-4
379 S. – 17,95 €

Infernale-Dilogie:
Bd. 1: Infernale
Bd. 2: Rhapsodie in Schwarz

Inhalt:
Die Bevölkerung in den USA wird ab 2021 auf das sogenannte Mörder-Gen getestet. Potentielle Mörder sollen so schnell aus dem Verkehr gezogen werden, ohne dass sie vorher Schaden anrichten können. Davys Leben wird dadurch plötzlich zum puren Horror…

Rezension:
Die Dystopie von Sophie Jordan, deren Schreibstil ich schon aus ihrer Firelight-Trilogie kenne, spielt bereits im Jahre 2021. Die Menschen werden auf das HTS-Gen, im allgemeinen Sprachgebrauch auch das Mörder-Gen genannt, getestet.
Die Hauptperson Davy ist ein besonderes Mädchen mit einer außergewöhnlichen Begabung für Musik. Sie geht auf eine Privatschule und hat Aussichten auf eine der renomiertesten Unis zu gehen.
Aber dann erhält sie die Nachricht, dass sie eine Trägerin ist. Urplötzlich ändert sich ihr ganzes Leben. Runter von der Schule, ab in eine normale und dort hinter Gittern eingesperrt. Sie muss sich von anderen Schülern fernhalten und darf sich nichts zu Schulden kommen lassen. Jedoch ist sie den Aggressionen der Nicht-Trägern schutzlos ausgeliefert.
Durch Einblendungen von diversen Zeitungsartikeln und medizinischen Kurzberichten erhält der Leser Einblick in den Wandel unter den Menschen.
HTS-Träger rutschten ganz nach unten und werden wie Dreck behandelt, ebenso spricht man ihnen nahezu jedes Recht ab.

Besonders schlimm ist es für Davy dass sich nicht nur in ihrer Familie, vor allem ihre Eltern sich innerlich entfernen, auch ihre einstige beste Freundin liefert sie gnadenlos aus. Ihr Ex-Freund macht auch schnellstens Schluss. Ihr glückliches Leben wandelt sich komplett.

Für mich basiert die Geschichte auf zwei wichtigen Fakroren.
Einerseits ist es das Thema Gene, Genmanipulation, Genforschung. Etwas, mit dem sich die Welt bereits heute stark befasst. Je mehr man aufschlüsselt, umso mehr kann man verändern. Nun, das mag in einigen Dingen gut und sinnvoll sein, aber wie weit darf man gehen?
Das zweite Thema wäre die Ausgrenzung von nicht unbedingt Minderheiten, sondern eher einer bestimmten Gruppe von Menschen, allein dadurch dass sie ein bestimmtes Merkmal aufweisen. Hier sind es die HTS-Träger, die zunächst gekennzeichnet werden, im Verlauf immer mehr an Menschenrechten einbüßen, später, da die Regierung nicht mehr weiß, wohin mit ihnen, in Camps gesperrt und die Wärter die Erlaubnis haben zu schießen, sobald jemand Unruhe verursacht.
So ein dunkles Zeitalter gab es schon mal und man sollte sich heute kritischer denn je damit befassen, ob man wirklich so eine Zeit nochmal durchleben will.

Das Buch liest sich sehr zügig, was nicht nur am Schreibstil der Autorin liegt, sondern einfach an der Tatsache, dass es absolut spannend ist, ohne dabei auf Actionszenen zurückgreifen zu müssen.
Band zwei erscheint demnächst und ich bin wirklich gespannt darauf.

Fazit:
Lesen! Definitiv! Denn wer garantiert uns, dass die Geschichte so nicht in naher Zukunft passieren könnte. Regt ungemein zum Nachdenken und Grübeln an.
5 Büchersterne. Monatshightlight Juni

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