Die englische Freundin

Chevalier, Tracy
Die englische Freundin
Engl. Titel: The last runaway
München ; Knaus, 2013
ISBN 978-3-8135-0595-5
367 S. – 19,90 €

Inhalt:
Die Quäkerinnen Grace und Honor wandern nach Amerika aus, wo Grace heiraten will. Doch kurz nach ihrer Ankunft verstirbt Grace und Honor ist auf sich allein gestellt.

Rezension:
Der Schauplatz ist Amerika, das noch in den Kinderschuhen steckt. Honor verschlägt es nach einer grauenhaften Überfahrt und dem Tod ihrer Schwester in einen Teil des Landes, der immer noch aussieht, als ob alle in Kürze aufbrechen wollen. Die Häuser sind noch aus Holz gebaut, damit man im schlimmsten Fall schnell seiner Zelte abbrechen und woanders neu anfangen kann.
Zuflucht wird ihr von der Putzmacherin Belle gewährt, die völlig anders, offener und lauter ist, als es Honor je erlebt hat. Überhaupt fällt es Honor anfangs schwer, sich in der neuen Welt zurechtzfinden. Zuhause in England standen die Quäker zu ihren Überzeugungen, aber hier finden sie Ausreden, um schlimme Dinge rechtzufertigen.
So setzt es der Protagonistin sehr zu, dass man in Amerika Sklaven hält und sie schlecht behandelt. Trotz des Verbotes hilft Honor nach anfänglichen Unsicherheiten vielen entflohenen Sklaven.
Das dies nicht unentdeckt bleibt, ist klar.
Ein besonders unliebsamer Charakter ist Donovon, der Sklavenjäger. Er ist zwar der Bruder von Belle, doch von seinem Gemüt her, definitiv nicht nett. Er verfolgt Honor regelrecht und scheinbar hat er ein wirklich sehr gutes Gespür, so dass er nicht nur entflohene Sklaven sehr schnell findet, sondern immer dann auftaucht, wenn es ein schlechter Zeitpunkt für Honor ist.

Das nächste Problem, das Honor verfolgt, ist die Frage wo sie bleibt. Bei dem einstigen zukünftigen Mann ihrer verstorbenen Schwester kann sie nicht bleiben, das schickt sich schließlich nicht. Da kreuzt Jack Haymaker ihren Weg und sie heiraten. Doch auch in der Ehe hat es Honor nicht leicht und das liegt unter anderem an der bösen Schwiegermutter, der Jack anfangs noch sehr hörig ist.

Ab und an muss ich mal was Historisches lesen, da mir diese Romane besonders gefallen. Tracy Chevalier hat eine schöne Auswanderer-Geschichte geschaffen und ließ Honor an ihren Erfahrungen glaubhaft wachsen. Auch die anderen Charaktere waren auf ihre Weise sympathisch, sogar Donovan.
Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass der Part mit den Sklaven noch weiter ausgebaut worden wäre. Anstatt so viel über das Quilten zu schreiben, hätte man hier weitere Informationen einbauen können.

Die Autorin:
Tracy Chevalier arbeitete zunächst als Lektorin, bis ihr der Erfolg mit dem Buch „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ gelang.

Fazit:
Ein netter historischer Roman, der zwischen 1850 und 1851 in Amerika spielt, sich oberflächlich mit der Sklavenfrage beschäftigt und von einer jungen Quäkerin erzählt, die alles, was ihr lieb ist, hinter sich lassen muss und für eine neue Heimat kämpft.
3 Büchersterne

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