Eden Academy

Miller, Lauren
Eden Academy : du kannst dich nicht verstecken
Engl. Titel: Free to fall
Ravensburg ; Ravensburger Buchverl., 2015
ISBN 978-3-473-40120-8
510 S. – 16,99 €

Inhalt:
Rory bekommt die Chance auf die legendäre Eden Academy zu gehen. Doch gleich nach ihrer Ankunft häufen sich mysteriöse Zwischenfälle und scheinbar haben sie etwas mit dem frühen Tod ihrer Mutter zu tun.

Rezension:
Eden Academy fand ich eigentlich interessant, aber irgendwie wollte ich es anfangs doch nicht so recht lesen. Es stolperte einfach so zwischen die anderen Bücher auf dem SUB und das Äußere und die Inhaltsbeschreibung erweckte in mir die böse Vorahnung, es könne sich mal wieder um ein typisches Mädchenbuch handeln, das in einem Internat spielt.
Dennoch überwand ich den inneren Lese-Schweinehund und fing an zu lesen……….. um es kurze Zeit später schon durch zu haben! o.O

Wir befinden uns in der Zukunft im Jahre 2032. Die Menschen sind noch süchtiger nach ihren Smartphones als heute und lassen sich nahezu durch das ganze Leben führen. Jeder hat ein Gemini der Firma Gnosis (lol Apple ging pleite…..) und auf diesem die App Lux. Diese App füttern wir mit allen Informationen über uns, sodass diese uns alle Entscheidungen abnimmt. Was wir zum Mittag essen, was wir anziehen und auch, ob wir bestimmte Wagnisse eingehen. Dazu kommt, dass ohne Smartphone fast nichts mehr geht.
Im Grunde jeder Jugendliche hat ein Profil, ähnlich wie Facebook. Fotos, Standort, Vorlieben, alles ist dort sichtbar. Allerdings kann man Fotos und Markierungen, die einmal hochgeladen wurden, nicht wieder entfernen.

In dieser Welt lebt Aurora Aviana Vaughn, kurz Rory. Die Sechzehnjährige hat sich am Elite-Internat Eden Academy beworben und eine Zusage bekommen. Vor Jahren war auch ihre Mutter an dieser Schule und das sehr erfolgreich. Leider verstarb sie kurz nach Rorys Geburt.
Nachdem Rory im Internat ankommt, beginnen auch die Merkwürdigkeiten. Alles scheint mit dem Internat, Gnosis und ihrer Mutter zu tun zu haben. War ihr Tod sogar Mord?

Lauren Miller entwickelt einen gut konstrierten Thriller, der fein verästelt spannend ist sowie nachdenklich stimmt. In welchem Umfang kann ich noch über meine Daten bestimmen und wie sehr können uns große Konzerne durch Programme steuern?
Zudem hat sie noch eine weitere Manipulationsthese eingebaut, die ganz schön heftig ist, ich aber nicht verraten werde, da sonst die Spannung hin ist für diejenigen, die das Buch noch lesen möchten.

Ein zentraler Anker, der stets im Buch präsent ist, ist das epische Gedicht „Das verlorene Paradies“ von John Milton (Wikipedia-Link). Die verwendeten Zitate beziehen sich hauptsächlich auf den Sündenfall:

"Denn frei erschuf ich sie, und frei denn auch
Sollen sie bleiben, bis sie selbst sich knechten;
Sonst müsste ich die Schöpfung gar verwandeln." (S. 32)

Das Wunderbare an Millers Geschichte ist auch, dass sie zwar eine Liebesgeschichte enthält, die aber nicht die Oberhand gewinnt und nicht nervig wird. Und ein weiterer Pluspunkt ist, dass sich zum Ende die Spannung mehr und mehr steigerte. Zunächst dachte ich, es sei vorbei, der Bösewicht gefunden, dann schlägt alles wieder um und dann nochmals ein weiterer Bösewicht, den man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte.

Fazit:
Dafür, dass ich das Buch eigentlich nicht lesen wollte, bin ich echt überrascht wie spannend und vielschichtig der Roman ist. Ein packender und nachdenklich stimmender Pageturner.
5 Büchersterne. Monatshighlight März

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