Gated – die letzten 12 Tage

Parker, Amy Christine
Gated – die letzten 12 Tage
Engl. Titel: Gated
München ; Dt. Taschenbuch-Verl., 2014
ISBN 978-3-423-76098-0
333 S. – 16,95 €

Gated-Reihe:
Bd. 1: Die letzten 12 Tage
Bd. 2: Sie sind überall (Mai 2015)

Inhalt:
Sie leben in einer Geheimschaft, die von „Pioneer“ geführt wird. Er prophezeit das Ende der Welt voraus und sie müssen sich vorbereiten. Layla lernt aber einen Jungen von außerhalb kennen und zweifelt – an der Gemeinschaft, ihren Regeln und Pioneer. Dieser lässt aber keinen Widerstand zu…

Rezension:
Zunächst lässt und das Cover glauben, dass wir gleich in einen dystopischen Endzeitroman einsteigen, aber dem ist bei Weitem nicht so. Amy Christine Parker schreibt von einer Gemeinde, die Außenstehende als Sekte bezeichnen, die Bewohner aber als Gemeinde.
Mandrodage Meadows, ironischerweise bzw. bewusst das Anagram von Armageddon ist eine bewachte Siedlung von 30 Jugendlichen und ihren Eltern sowie dem Anführer Pioneer. Sie bereiten sich auf das Ende der Welt vor, das in knapp drei Monaten sein wird. Gleich zu Beginn erleben wir durch die Ich-Perspektive der 17-jährigen Layla das Schießtraining. Jeder Junge und jedes Mädchen muss eine menschendarstellende Zielscheibe mittig treffen, denn im Ernstfall müssen sie ihre Gemeinde verteidigen, da nur die Auserwählten die Apokalypse überstehen werden.
Das Ende der Welt wurde dem selbsternannten Führer der Gemeinde durch Visionen der Brüder gezeigt. Sie zeigen ihm in unregelmäßigen Abständen ihren Willen. So sollen Aliens am Ende des Alls auf sie warten. Um das Ende der Welt zu überstehen, baute die Gemeinde einen unterirdischen Bunker mit mehreren Stockwerken und Nahrungsvorräten, die bis zu 5 Jahren halten.
Im weiteren Verlauf der Geschichte wird man stark zweifeln an Pioneers Vorschlag und man hat vor allem einen Gedanken: Was macht er, wenn er nach fünf Jahren die Tür öffnet und alles wie vorher ist?
Wie erklärt er das Ausbleiben des Weltuntergangs? Da wir zudem an den Kapitelanfängen nicht nur Zitate von Pioneer und der Bibel haben, sondern auch solche von Jim Jones dem Anfüher der Sekte „Peoples Temple“ erahnen wir den Plan B des Ganzen.

Wie schafft es Pioneer so viele Menschen von seinen Theorien zu überzeugen und sich von der Welt abzuwenden? Dass sie ihre gut bezahlten Jobs aufgeben, ihr Geld in die Gemeinde stecken, keine Geheimnisse mehr voreinander haben und sich einem Mann unterordnen sowie ihn nie anzuzweifeln?
Er schnappt sie sich in ihren persönlichen Tiefpunkten.
Laylas Familie erlitt ein schweres Trauma, als plötzlich die älteste Tochter verschwand und die Suche aufgrund des Anschlages auf das World Trade Center eingestellt wurde. Das Verschwinden ihrer Tochter hat Laylas Mom so sehr verändert, dass sie sich von der Welt abkapselt und selbst das Wohl ihrer zweiten Tochter nicht mehr beachtet. Sie steckt fest in der Verzweiflung um den Verlust ihrer geliebten Karen.
Laylas Dad tut alles, damit seine Frau sich wohl fühlt und da schnappt sich Pioneer diese Familie. Laylas Mom hat ihren geordneten Tagesablauf und eine gesicherte Umgebung. Die bösen Monster bleiben draußen.

Layla, von Pioneer auch liebevoll Kleine Eule genannt, hat scheinbar schon immer gezweifelt. Die Schießübungen waren ihr zuwider und auch sonst hinterfragt sie Pioneers Entscheidungen und seine Strafen. Zudem kann sie ihren Versprochenen Will nicht mehr als einen Freund lieben, er jedoch ist in sie verliebt. Da erreicht der Sheriff die Gemeinde und bringt seinen Sohn Cody mit. Dieser soll die Gemeinde ausspionieren, da man den (nicht unbegründeten) Verdacht hegt, dass sie illegale Waffen besitzen. Layla scheint sich in den Jungen zu verlieben und vor allem durch ein späteres Treffen zweifelt sie umso mehr an ihrer scheinbar sicheren Welt.

Laylas Freunde, allen voran Will glauben fest an die Strukturen der Gemeinde. Auch wenn Marie immer wieder gegen feste Regeln verstößt, indem sie Zeitschriften hat oder Cola oder Geld sammelt. Sie möchte einfach nur wissen, dass ihr Bruder der vor einiger Zeit die Gemeinde verließ, sich seinen Wunsch von Berühmtheit erfüllen konnte.
Von Will erfahren wir etwas mehr als von Brian. Will, der nicht nur Laylas bester Jugendfreund, sondern nun auch ihr Versprochener ist, ist krankhaft entschlossen die Gemeinde zu beschützen und er drängt nach Perfektion.

——–

Nachdem nun der Sheriff da war, spitzt sich die Lage dramatisch zu und die Spannung ist stellenweise unerträglich. Die Zitate an den Kapitelanfängen kommen fast nur noch von Jim Jones und man macht sich wirklich Gedanken. Verbindet die Zitate mit dem Gelesenen und fragt sich ernsthaft, was geschehen könnte. Würde Pioneer wie andere Sekten alle seine „Schäfchen“ töten? Das sind mindestens 60 Menschen.
Dadurch dass wie erwähnt der Sheriff Unruhe in die Gemeinde brachte, blicken wir immer mehr hinter die Maske von Pioneer und irgendwann fällt sie dann komplett ab. Das führt zu einem wirklich rasanten Showdown, der einem den Aten raubt.

Fazit:
Bedrückend startet die Geschichte aus Mandrodage Meadows kurz vor dem prophezeiten Weltuntergang und wird zu einem packenden Pageturner, den man nicht mehr weglegen kann.
Auch wenn die Geschichte ein abgeschlossenes Ende hat, werde ich den Nachfolger lesen.
4,5 Büchersterne.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s