So wie Kupfer und Gold

Nickerson, Jane
So wie Kupfer und Gold
Engl. Titel: Strands of bronze and gold
München ; cbt, 2013
ISBN 978-3-570-16268-3
443 S. – 16,99 €

Inhalt:
Sophia wird nach dem Tod ihres Vaters zum Mündel von Bernard de Cressac. Dieser schenkt ihr eine Welt voller Reichtümer, doch was ist mit seinen früheren Frauen geschehen?

Rezension:
Historische Romane und Märchenadaptionen lese ich eigentlich recht gern. Und so habe ich trotz geteilter Meinung nach So wie Kupfer und Gold gegriffen.
Der Roman spielt zur Zeit der Sklaverei in Amerika. Auf dem Gut, das von nun an Sophias Zuhause sein wird, arbeiten viele Sklaven. Sie selbst kommt aus einfachen Verhältnissen und seit dem Tod des Vaters haben ihre Geschwister jede Menge Arbeit zu verrichten, um die täglich anfallenden Kosten zu begleichen. In ihrer Familie sieht man die Sklaverei skeptisch und ist dagegen, was Sophia, nachdem sie bei Mr. Bernard eintrifft eher gehein hält. Denn dieser ist mehr als überzeugt von dieser menschenverachtenen Behandlung.
Leider geht mir die Autorin zu oberflächlich mit diesem Thema um. Einerseits will Sophia den Menschen helfen, doch dann hält sie sich zu stark zurück. Sie ist in ihrem Verhalten allgemein sehr unsicher.

Die Ereignisse des Romans erleben wir nur durch Sophias Sicht. Als Ich-Autorin führt sie uns nicht nur über das Anwesen, sondern weiht uns auch in ihre Gefühle und ihre Vergangenheit ein.
So kommt es, dass man als Leser des Öfteren Abneigung gegen sie hegt. Ihr Vater ist gestorben, sie sollte trauern, doch schnell scheint diese Tatsache vergessen zu sein, denn vor ihr liegt ein neues Leben bei einem äußerst reichen Patenonkel. Sie schwelgt schnell in Tagträumen, welche Kleider sie tragen könnte usw. An ihre Geschwister denkt sie dann gar nicht. Dass diese schwer arbeiten müssen sieht sie gar nicht. Auch kommt es ihr gar nicht in den Sinn, dass ihr Patenonkel die drei ebenso aufnehmen könnte.

Ihr Patenonkel entpuppt sich für den Leser schnell als seltsame, mysteriöse und definitiv kriminelle Person. Allein, wie er Sophia behandelt. Nicht wie seine Patentochter, sondern viel mehr als würde er um sie werben wie um seine zukünftige Braut. Und Sophia? Die ist sich unsicher und innerlich gegen seine Wünsche. Dennoch gibt sie ihnen nach. Er besteht darauf dass sie die Trauerzeit beenden soll, da er die schwarze Kleidung nicht ausstehen kann. Prompt tut sie dies.Schnell fällt auch sein jähzorniges Wesen auf. Wenn nur eine Kleinigkeit nicht nach seinem Willen funktioniert, rastet er aus und kennt keinerlei Rücksicht auf seine Umgebung.

Da die Autorin anfangs ein Zitat aus einem Märchen erwähnte, wusste man sofort um welche Märchenadaption es sich handelte. Und dadurch war man sich des Endes doch bewusst, was leider den Lesegenuss hemmte. Man fragte sich einfach nur, wann dies und das geschehen würde.
So war das Ende für mich keine Überraschung.

Die Autorin:
Jane Nickerson arbeitete als Kinderbibliothekarin und liebt Schauergeschichten. Dieses Buch ist ihr Debüt.

Fazit:
Eine leider vorhersehbare Neuadaption des Märchenklassikers „Blaubart“. Die Geschichte der Sklaverei hätte deutlich mehr Platz nötig gehabt.
3 Büchersterne

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