Sind wir unsozial?

Manchmal hat man ein Erlebnis, das einen ziemlich aufregt und man einfach erzählen muss.
So auch dieses.

Ich war beim Einkaufen und stand im Lidl an der Kasse. Vor mir waren zwei weitere Leute, eine Dame vor mir und jetzt am Bezahlen ein Mann Mitte 20.
Als die letzten Waren über das Band gingen, war er mit dem Preis des Pesto nicht einverstanden. Angeblich war es am Regal für 1,99 € angeschlagen, eingescannt stand dann aber ein Preis etwas über 2 €.
Er wolle das Pesto auch für 1,99 € mitnehmen.
Der Verkäufer ruft seine Kollegin. Die geht los und der Kunde meint noch, dass das im linken Gang sei.
Die Kollegin kommt wieder und sagt, dass es der höhere Preis sei. Damit ist der Kunde nicht einverstanden, die Sachen seien im linken Gang und nicht im rechten!
Sie geht wieder los und er murmelt noch, dass er ja nicht blind sei und dass sie auch den anderen Gang nehmen muss.
Dann meinte er, dass der Verkäufer die anderen Sachen schon mal abrechnen kann. Mit Blick auf die Schlange.
Er zahlte mit Karte. Als er dann aber nicht zur Seite ging, fragte die Dame vor mir freundlich danach, dass man ja sie schon abrechnen kann.
Da erwiderte der Kunde in einem schnippischen Ton: “ Nein! ICH bin gleich fertig!“
Ähm. .. Warum bezahlte er dann schon die anderen Waren? Und muss dieser Ton sein?
Mir entglitt ein „wie assig“, weil es in dem Moment einfach so war.
Dann kam die Kollegin wieder und sagte, dass er eine andere Sorte hat, die eben teurer sei.
Der Kunde wollte sein Unrecht partout nicht einsehen.
Was mir nun total unverständlich ist, ist die Reaktion der Kollegin, die ihm das Pesto dann doch für je 1,99 € mitgab. Den Minibetrag bezahlte er dann auch noch mit Karte……..
Als Fazit kann man doch nur ziehen, dass diejenigen, die im Unrecht sind, nur so laut zu meckern brauen, dass sie das bekommen was sie wollen.

Jetzt sollte sich der Kunde aber mal in die Situation der Wartenden versetzen. Er wäre sicher der Erste gewesen, der gemosert hätte, dass es nicht weiterginge und das der Typ an der Kasse so unverschämt und unsozial ist.
Bei solchen Situationen verstehe ich auch die ältere Generation, die so oft und scheinbar so gerne sagt, wie schlimm doch die Jugend sei.
Nur dass die meisten eben nicht so unsozial sind. Aber anscheinend ist diese Gattung vom Aussterben bedroht.
Ich werde mittlerweile sogar schon schief angeschaut, wenn ich jemandem die Tür aufhalte oder einfach nur Danke! und Bitte! sage.

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3 Kommentare zu “Sind wir unsozial?

  1. Es ist wirklich meistens so, dass du nur laut genug protestieren musst, damit du deinen Willen bekommst. Einfach nur damit du gehst. Zurückhaltende Leute, die sich höflich beschweren, haben dann halt das Nachsehen.

  2. Schon um guten Willen zu zeigen lasse ich grundsätzlich Leute mit weniger Sachen als ich habe an der Supermarktkasse vor… ich hab es fast nie eilig beim Einkaufen, selbst wenn der Hund draußen wartet (den sehe ich aber durch die Scheibe von der Warteschlange aus).
    Manche älteren Leute sind echt unter aller Sau… die würde mich auch nicht vorlassen!

    • Letztens habe ich, weil der Fußweg halb versperrt war, einen Mann zuerst gehen lassen. Der hat mich von oben bis unten gemustert und ein Gesicht gezogen. Wäre ich aber auch weitergegangen, wäre keiner von uns durch dieses Nadelöhr gekommen. Wie man’s macht, macht man’s falsch.

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