Die Lichtfängerin (Cocoon; 1)

Cocoon ; 1Albin; Gennifer
Die Lichtfängerin
Engl. Titel: Crewel
Köln ; INK, 2012
ISBN 978-3-86396-028-5
361 S. – 17,99 €

Cocoon-Trilogie:
Bd. 1: Die Lichtfängerin

Inhalt:
Für die einen ist es ein Segen als Webjungfer erwählt zu werden. Für die anderen nicht. Adelices Familie will sie auf jeden Fall verstecken und bezahlt mit dem Leben. Adelice hat eine besondere Gabe, muss diese aber verstecken, denn sie weiß nicht, wem sie wirklich trauen kann…

Rezension:
Gennifer Albin führt uns in eine besondere Welt, die von Webjungfern an einem Webstuhlt wie ein Teppich bearbeitet wird. Es ist anfangs unglaublich schwer diese Technik zu verstehen und sich die ganze Welt in der die Menschen leben überhaupt vorzustellen.

Fangen wir leicht an. Da wäre ein Land, das von der Gilde der Zwölf regiert wird. Im Laufe der Zeit merken wir aber, dass man es eher kontrollieren und beherrschen nennen kann. Die Menschen leben nach einem vorgewebten Muster, Abweichungen werden sofort entfernt.
Alles ist vorgeschrieben. Wann du heiraten wirst, wie viele Kinder du bekommen darfst und dass Männer und Frauen in unterschiedlichen Gebieten leben. So hat Adelice noch nie Jungs oder männliche Jugendliche aus der Nähe gesehen. Dementsprechend beeinflusst dass auch ihre spätere Handlungen.

Adelice, 16 Jahre alt und unsere Protagonistin, hat eine sehr besondere Gabe. Sie kann das Muster, aus dem die Welt Arras besteht, ohne Webstuhl sehen und sogar verändern. Die einzelnen Fäden kann sie in die Hand nehmen und beliebig verändern. Niemand kann es verhindern, dass sie eine Webjungfer wird. Leider muss sie dadurch auch die ersten Verluste erleiden. Ihr Vater wird getötet und ihre Mutter aus dem Gefüge entfernt sowie die kleine Schwester überschrieben.
Schon nach kurzer Zeit muss Adelice feststellen, dass sie nur sehr wenigen trauen kann.

In der Ausbilderin Maela hat eine Ad eine starke Gegnerin vor sich, die nicht einmal vor dem Tod Hunderte unschuldiger Kinder zurückschreckt.
Ebenso Cormac, der anfangs nett und wohlwollend zu ihr ist, sich aber als gefährlicher Mensch herausstellt. In ihrem neuen Heim ist er derjenige, der die Anweisungen trifft und seinen eigenen Plan verfolgt.
Enora ist Ads Mentorin und eine der wenigen im Konvent, die ihr wohlwollend zur Seite stehen. Laut ihr soll Ad viel weniger von ihren Fähigkeiten preis geben, nicht überall anecken und zudem wacht sie über ihrem Schützling. Was allerdings noch mit ihr passiert, ist sehr schade.

Um eine Dreeicksbeziehung in die Geschichte einzufädeln, gibt es die Charaktere Erik und Jost. Erik ist Maelas Asstistent und öfters ist man sich nicht sicher, auf welcher Seite er letztendlich steht. Zudem flirtet er mal mit Ad, dann lässt er sie wieder stehen.
Jost ist der Chefbutler und von Anfang an um Adelices Sicherheit besorgt. Auch er drängt sie dazu, möglichst wenig aufzufallen und nicht für Aufregung zu sorgen.

Ein besonderer Charakter ist die alte Loricel, die einzige Strickmeisterin in Arras. Sie ist diejenige die mit dem Urrohstoff des Gewebes arbeitet und neue Landstriche entstehen lässt. Sie ist es auch, die sofort Adelices Talent erkennt und sie im Grunde schon eine Ewigkeit im Auge hatte. So kommt es, dass Ad die neue Strickmeisterin werden soll.

Während des Lesen grübelt man ja so manchmal umher, gerade bei Inhalten, die man nicht so genau nachvollziehen kann. Wie hier mit Arras, einer Welt, die gewebt wurde. Was ist wahr und was ist eine Illusion? Das Fenster eine Fälschung und das Wetter von den Webjungfern nach Gerbauch vorherbestimmt.
Besonders interessant war auch das Entfernen von bestimmten Personen. Oft auch ohne triftigen Grund wird der Faden eines Menschen aus dem Gewebe herausgezogen und der Mensch ist weg. Aber wohin? Man stirbt nicht, sondern die Familie beantragt eine Entfernung.
Oft dachte ich an Matrix, auch wenn ich nur einen Teil des ersten Films sah, musste ich daran denken, wie Neo aus einer computergesteuerten Welt aufwachte.
Und dann ist da noch der Reihentitel Cocoon. Kokon. Etwas dass sich in einer schützenden Membran befindet.
Die Lösung der Arras-Welt gibts auf jeden Fall schon mal zum Ende der Geschichte. 😉

Das Cover
Scheinbar ist es Adelice auf dem Titel, wobei sich das Ganze in die Mädchen-Cover-Riege einreiht. Nicht ganz richtig ist die Haarfarbe, denn laut Text hat Ad erbeerrotes Haar.

Fazit:
Die Lichtfängerin bietet mit ihren unterschiedlichen Charaktern und deren interessanten Entwicklungen einen spannenden Lesestoff, auch wenn die Welt Arras und das ganze „Web-Ding“ schwer zu verstehen ist.
Ich vergebe 4 Büchersterne.

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