Rot wie das Meer

Rot wie das MeerStiefvater, Maggie
Rot wie das Meer
Engl. Titel: The scorpio races
Bindlach ; Script 5, 2012
ISBN 978-3-8390-0147-9
430 S. – 18,95 €

Inhalt:
Jedes Jahr findet auf einer kleinen Insel ein tödliches Rennen statt. Auf unberechenbaren Wasserpferden hetzen sich die Männer zu Tode. Dieses Jahr will Puck teilnehmen, als erste Frau überhaupt…

Rezension:
Jedes Jahr im Herbst steigen sie aus dem Wasser. Gefährliche und hungrige Capaill Uisce. Wasserpferde. Die Menschen haben großen Respekt und auch Angst vor ihnen, aber es findet jedes Jahr das Skorpio-Rennen statt. Männer besteigen ihre gezähmten Capaill Uisce und reiten den Strand entlang. Dabei gibt immer wieder Todesfälle, da die Pferde unberechenbar sind.

Wer sind die Männer, die dem Tod ins Auge blicken und sich dieses Rennen liefern?

Zum Einen wäre da Sean Kendrick. Er ist der Champion unter den Reitern. Von sechs Rennen hat er vier gewonnen. Ihn unterscheidet dabei einiges von den anderen Teilnehmern. Seit seiner Kindheit, als er den Tod seines Vaters durch ein Capall Uisce miterleben musste, respektiert er die Tiere. Sein Hengst Corr hat eine sehr enge Verbindung mit ihm, die sehr ungewöhnlich ist, wo die Tiere doch so unberechenbar sind. Sean hat seit dem Tod seines Vaters nicht unbedingt ein angenehmes Leben. Er lebt auf dem Hof von Benjamin Malvern, der im Grunde der reichste Mann der Insel ist. Sean kümmert sich um die Pferde des Hofes, ob Wasserpferd oder normales Pferd. Die beste Beschreibung für Sean ist Pferdeflüsterer.
Neidisch auf Sean ist Mutt Malvern, der Sohn von Benjamin. Er nutzt jede Gelegenheit aus, um Sean eins auszuwischen. Dabei schreckt er nicht einmal vor skrupellosen Dingen zurück und nimmt den Tod anderer Menschen und Tiere in Kauf.

Eine ungewöhnliche Neuheut ist Kate Conolly, von allen nur Puck genannt. Sie ist die erste Frau, die an dem brutalen Rennen teilnehmen will. Und das auf ihrem normalen Pferd Dove. Sie muss sich von nun an mit allerlei Gegenwind abfinden, denn fast niemand will dass sie als Frau am Rennen teilnimmt.
Puck hat zwei Gründe um am Rennen teilzunehmen. Zunächst will sie es ihrem Bruder beweisen. Gabe, ihr ältrer Bruder will die Insel verlassen und sie und Finn, den jüngeren Bruder, allein lassen. Etwas später versucht sie, das Rennen auf jeden Fall zu gewinnen, um mit dem Preisgeld die Raten für ihr Haus zu bezahlen, was Gabe seit dem Tod der Eltern nicht mehr getan hat.

Von den beiden Hauptcharakteren Sean und Puck aus deren Sicht immer abwechselnd die Handlung erzählt wird, ist mir Sean viel näher als Puck. Seine Gefühle und Taten sind eher nachvollziehbar als Kates Charakter an sich. Irgendwie sehe ich in ihr mehr ein Kind, als eine junge Erwachsene.
Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesbeziehung, die aber so langezogen wird, dass man fast nicht erkennt, wann beide Gefühle füreinander entwickeln.

Das Rennen an sich fängt erst 80 Seiten vor Schluss an und geht auch sehr schnell vorüber. Spannend und interessant ist es trotzdem, auch wenn daraus ein trauriges Ende entsteht. Die erste und einzige Stelle, die zu Tränen rührt, ist der Schluss.

Die Pferde, die im Grunde eine weitere Hauptrolle spielen, waren mir irgendwie etwas blass. Einerseits hat man solch einen Respekt vor ihnen, da sie gefährlich und möderisch sind. Andererseits fangen die Menschen sie ein und versuchen sie zu dressieren, um später ein Rennen mit ihnen zu veranstalten. Dass dies mitunter wenig funktioniert, ist vorprogrammiert.
Rot wie das Meer, bezieht sich auf die bluttrinkenden Pferde. Einige haben eine besondere rote Schattierung. Aber auch der Tag des Rennens passt auf diese Aussage. Denn, wenn die Reiter und Pferde fallen, zerfleischt werden, dann ist der Strand triefend rot.

Man merkt, dass die Geschichte oftmals sehr brutal ist, den die Todesfälle platzen ganz plötzlich über uns herein. Und dennoch war es schlussendlich für mich leider nicht mehr als eine Pferdegeschichte. Zudem blieb mir der von vielen so hoch gelobte tolle Schreibstil von Maggie Stiefvater verschlossen. Die Werwolf-Trilogie habe ich nicht gelesen und so kann ich die Werke untereinander auch nicht vergleichen.
Was sie allerdings draufhat, ist die gute Verknüpfung der Charaktere miteinander. Erst langsam und dann griffen die Zahnräder immer stärker ineinander ohne dass es sich gezwungen anfühlte.

Die Autorin:
Maggie Stiefvater wurde 1981 geboren und mit ihrer Mercy-Falls-Trilogie um Sam und Grace wurde sie berühmt. Sie lebt mit ihrer Familie in Virginia.

Fazit:
Eine mystische Pferdegeschichte, die trotz gut ausgestalteter Charaktere, nicht mehr als eine Pferdegeschichte blieb, aber mit ihrem Ende brillierte.
Ich vergebe 4 Büchersterne.

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