Der Duft von Lavendel

Der Duft von Lavendel

Sahler, Martina
Der Duft von Lavendel
Stuttgart [u.a.] ; Planet Girl, 2011
ISBN 978-3-522-50144-6
236 S. – 12,95 €
(Liebe in allen Zeiten)

Inhalt:
Köln, 1811:
Finas Vater ist Schmuggler und sie leben in einer heruntergekommenden Gegend. Als ein Coup schiefläuft kann sie fliehen und wird von einer wohlhabenden Familie aufgenommen. Doch ihre Vergangenheit lässt sie nicht in Ruhe.

Rezension:
Der Roman spielt in dem von Franzosen besetzten Deutschland. Napoleon spielt hier eine besondere Rolle. Die Franzosen waren nicht unbedingt beliebt, da sie nicht nur positive Veränderungen einführten. Gerade die ärmeren Bürger weigerten sich z.B. Französisch zu sprechen. Zudem herrschte ein Einfuhrverbot von Waren aus England. Um aber bestimmte Waren herstellen zu können und die momentan viel zu teuer waren, blühte die Schmugglerei.

Josefina Bartel, genannt Fina, lebt zu dieser Zeit zusammen mit ihrem Vater. Sie schmeißt den ganzen Haushalt, seitdem ihre Mutter bei der Geburt des Bruder gestorben ist. Der ersehnte Sohn verstarb allerdings auch.
Die Beziehung zu ihrem Vater ist nicht gerade die Beste. Sie schweigen sich eher an. Die meiste Zeit ist ihr Vater unterwegs und das nutzt Fina, um sich zur Schule zu schleichen. Dort beobachtet sie die ersten Klassen und lernt heimlich mit. So erblickt sie auch ihren Sternenprinzen.
Finas Vater lehnt es ab Schulgeld für seine Tochter zu bezahlen, da sie eh heiraten wird, Kinder bekommt und einen Haushalt führen wird.  Und so kommt es, dass er, auch wenn er gute Absichten hat, Fina schmierigen Männern vorstellt.

Um den erneuten Vorführungen zu entgehen isst Fina nicht mehr, magert so drastisch ab und schneidet sich ihre Haare raspelkurz. Hier begehrt sie zum ersten Mal gegen ihren Vater auf, was teilweise etwas unerwartet geschieht aber auch überfällig war. Zu ihrem Übel aber wird sich ihr Vater mit dem Bäcker Krüll einig.
Eine Hochzeit findet aber nicht statt, denn als Fina bei einem Schmuggler-Coup helfen muss, werden sie entdeckt und festgenommen. Fina kann fliehen und wird auf der Straße von Billa aufgelesen. Diese nimmt sie in ihrer Familie auf.

Billa und ihr Mann Toni führen eine Schneiderei und sind sehr wohlhabend. Zusammen im Haus wohnt Tonis Bruder Jean, der Billas Schwester geheiratet hat. Außerdem die Kinder sowie die Großmutter. Und wie der Zufall natürlich will, ist Jeans Sohn Alexandre Finas Sternenprinz. Die Geschichte von Billa und Toni wird im Buch „Wie ein Kuss von Rosenblüten“ erzählt, ist für diese Geschichte aber nicht notwendig, da Billa selber ihre Vergangenheit zusammenfasst. Daraus erschließt sich aus, warum eine nun vornehme Dame ein völlig verschmutztes und heruntergekommendes Mädchen in ihrem Haus aufnimmt.

Leider passiert nicht mehr so sonderlich viel, Fina ist in dem Haus gut aufgehoben, nimmt an Gewicht zu, ihre Haare wachsen nach und sie wird ein Mitglied der Familie. Auch Alexandre kommt sie näher, der ebenso Gefühle für sie zu haben scheint.
Schade, dass die Ereignisse viel zu einfach ineinander finden, ohne große Reiberein. Kurz vorm Schluss kommt es dann noch zum erwähnten „Einholen der Vergangenheit“, aber das war auch wieder so einfach gelöst, dass es fast schon ein Witz war.

Die Schrift ist relativ groß und viele Sätze sehr kurz und gefühlt abgehackt. Ein paar Verschachtelungen wären nicht schlecht für den Lesefluss gewesen. Gerade weil die Schrift größer und der Schreibstil relativ einfach war, konnte man das Buch ruckzuck durchlesen.

Die Autorin:
Martina Sahler studierte Germanistik und Anglistik. Sie lebt in der Nähe von Köln und arbeitet mittlerweile seit 15 Jahren u.a. als Autorin, Ghostwriterin und Lektorin.

Fazit:
Einfach gestrickter historischer Jugendroman, dem die entscheidene Portion Spannung fehlt.
Ich vergebe 2 1/2 Büchersterne.

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