Die Verratenen

Die VerratenenPoznanski, Ursula
Die Verratenen
Bindlach ; Loewe, 2012
ISBN 978-3-7855-7546-8
460 S. – 18,95 €

Band 1 einer Trilogie

Inhalt:
Die Menschen leben unter Kuppeln, alles scheint perfekt. Sechs Studenten müssen allerdings die Kehrseite des Ganzen erfahren. Sie sollen getötet werden. Auf der Flucht geraten sie in die Fänge der Prims.

Rezension:
Folgt mir in das Deutschland der Zukunft. Nach einigen Kriegen haben wir uns eine neue sichere Welt geschaffen. Unter Kuppeln, die wir Spähren nennen, leben wir ein behütetes Leben. Unser Tagesablauf ist zwar vorbestimmt, aber uns stört dies nicht. Jeder trägt ein Gerät um den Arm, den Salvator, der alle Vitalwerte überwacht. Er sagt mir, wann ich was essen muss und sollten meine Werte kritisch werden, so piept er wie verrückt und sendet ein Signal an das Gesundheitszentrum. Oftmals sind wir besorgt, wegen den Angriffen der Außenbewohner, die wir Prims nennen. Sie sind wie Wilde und kennen keine Skrupel. Aber in den Spähren sind wir sicher.

Ria ist eine der Erfolgreichen in ihrer Spähre und auf der Rangliste sehr weit oben. Ihr Freund Aurelio belegt den ersten Platz und in ihn werden große Hoffnungen gelegt. Ria ist besonders geschickt darin andere Menschen zu „lesen“, auf Bewegungen, Mimik und Gestik zu achten. Oftmals wird sie gerufen, wenn Babys aus den Außenbezirken aufgelesen werden. Die Babys, deren Eltern Prims sind und die sie zurückließen. An Ria liegt es dann zu bestimmen, in welche Spähre die Kinder kommen.
Auch wenn für uns als Leser diese Welt irgendwie zu gut erscheint, ist Ria glücklich. Sie kann nach ihrem Abschluss eine sehr gute Stelle finden, ebenso wie Aurelio.
Es wäre auch alles schön und gut, wenn sie nicht ein Gespräch belauschen würde. Sie, Aurelio und vier andere sollen Verschwörer sein und man will sie schleunigst beseitigen.

Hiernach lässt uns Frau Poznanski erstmal eine kleine Verschnaufpause. Während Ria mit Aurelio Nachforschungen anstellt, verdauen wir als Leser erstmal die neue Welt. Eine Zukunft unter Kuppeln? Da fiel mir zunächst Neva wieder ein. Dort ging das allerdings schief, da niemand die Kuppeln verlassen darf. Hier allerdings können die Menschen die Sphären zwar verlassen, sind dann aber den Jahreszeiten ausgesetzt und vor allem in Gefahr. Denn die Prims (Primitiven) sind äußerst gefährliche Menschen.

Als es scheint, dass Ria sich wohl vertan hat, landen alle sechs auf einem scheinbaren Ausflug, doch in Wahrheit sollen sie getötet werden.
Von nun an sind sie auf der Flucht und geraten in die Fänge eines Clans. Doch anstatt sie gleich zu töten, müssen die Lieblinge, wie die Außenbewohner die Spährenbewohner nennen, Arbeiten verrichten. Teilweise schaffen sie es ihr Ansehen bei einigen der Clanmitglieder zu erhöhen.

Aber die Gefahr bleibt bestehen. Die Sentinel, die Soldaten der Spähren, sind hartnäckiger als vermutet. Was müssen die sechs getan haben, dass man sie unter allen Umständen töten will?

Bisher konnte ich mit U. Poznanskis Büchern wenig anfangen. Das hochgelobte Erebos, welches ich als Hörbuch hörte, war so langweilig und vorhersehbar, während ich bei Saeculum nach wenigen Seiten schon das Handtuch warf. Was hat also Die Verratenen, was die anderen nicht haben?
Unerwartete Wendungen, immer neue schreckliche Neuigkeiten aus den Spähren, und und und.
Rias Wandlung ist nachvollziehbar und man kann sich in sie hineinversetzen, mehr als in alle anderen Charaktere.
Wir fiebern mit, als sie plötzlich Nachrichten auf ihren Salvator bekommt, grübeln wer der Verräter sein könnte und schütteln den Kopf über Aurelios Naivität.
Zudem versteht die Autorin es, die Spannung nie fallen zu lassen, sie stets weiter aufzubauen und bis zum Ende zu halten. Das Ende ist zwar kein richtiger Cliffhanger, aber eine Frage wird geklärt die wiederum ein “ Wieso?“ entstehen lässt.

Ich hätte nie gedacht, dass die Autorin mich überzeugt und dennoch hat sie es geschafft. Mittlerweile sind viele Dystopien erschienen und das Genre ziemlich abgeklappert. Die Verratenen jedoch kann sich gut in den oberen Klassen ansiedeln.

Die Autorin:
Ursula Poznanski, in Wien geboren, studierte querbeet, bis sie schließlich als Medizinjournalistin arbeitete. Nach der Geburt ihres Sohnes schrieb sie Kinderbücher und ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Mittlerweile konzentriert sie sich nur noch aufs Schreiben.

Fazit:
Verraten und zum Tode verurteilt, kämpfen sechs priviligierte Spährenbewohner um ihr Leben. Nach und nach beginnen sie an ihrer heilen Welt zu zweifeln. Eine Welt, in der Reagenzglaskinder erfolgreicher werden als Natürlichgeborene, voller Rätsel und eine Geschichte vollgepackt mit Wendungen und spannend bis zum Schluss.
Ursula Poznanski zieht einen in ihren Bann.
Ich vergebe 5 Büchersterne. Highlight im Januar.

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