Die Bestimmung

Die BestimmungRoth, Veronica
Die Bestimmung
Engl. Titel: Divergent
München ; cbt, 2012
ISBN 978-3-570-16131-9
476 S. – 17,99 €

Die Trilogie:
Bd. 1: Die Bestimmung
Bd. 2: Tödliche Wahrheit
Bd. 3: Titel noch nicht bekannt, erscheint Herbst 2013 auf Englisch

Inhalt:
Die Menschen leben aufgeteilt in fünf Fraktionen. Sie unterscheiden sich durch ihre Eigenschaften. Mutig, selbstlos, wissend, friedlich und ehrlich. Beatrice muss sich für eine der fünf Fraktionen entscheiden, doch ihr Test zeichnet sie als Unbestimmte aus. In ihrer Welt ist dieses Ergebnis aber ein Todesurteil…

Rezension:
Das politische System einer Demokratie wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Statdessen werden die Menschen in fünf Fraktionen aufgeteilt, die auf den Charaktereigenschaften basieren. Da wären die Altruan – die Selbstlosen, die Candor – die Freimütigen (sie sagen immer die Wahrheit), die Ken – die Wissenden, die Amite – die Friedfertigen und die Ferox – die Furchtlosen.
Die Regierung wird seit jeher von den Altruan gestellt, da sie durch ihre Eigenschaft der Selbstlosigkeit als unbestechbar gelten. So erlebt es auch Beatrice. Sie und ihre Familie gehören zu den Altruan. Das Leben ist immer auf die anderen ausgerichtet. Nicht egostisch sein, sondern helfen wo es geht. Schlichte graue Kleidung symbolisiert diese Gruppe. Je näher die sogenannte Bestimmung, ein Test der zeigt, zu welcher Fraktion man gehört, rückt, desto unsicherer ist sich Beatrice. Gehört sie wirklich zu den Altruan?
Der Test, eine Simulation, zeigt ein beunruhigendes Ergebnis. Sie ist eine Unbestimmte. Das heißt, dass sie zu mehreren Fraktionen passt. Eindringlich wird sie gewarnt, dies niemandem zu sagen, denn das wäre ihr Todesurteil.

Etwas irritierend lesen sich die ersten Seiten, denn vorstellbar ist das neue System nicht wirklich. Wie kann ein Mensch nur eine herausragende Charaktereigenschaft haben? Nur wissbegierig, nur selbstlos, nur friedfertig, nur ehrlich oder nur fruchtlos, wie soll das gehen?

Nachdem Batrice sich für die Ferox entschieden hat und ihr Bruder sich für die Ken, ist die Familie gespalten. Denn zwischen den Altruan und den Ken gibt es sehr starke Differenzen. Vorwürfe und Lügen stehen an der Tagesordnung. Man sollte meinen, dass Beatrice, die sich von nun an Tris nennt, bei den Ferox davon verschont bleibt, doch nach und nach deckt sie ein gefährliches Komplott auf.

Als Leser, der die neue Welt immer noch nicht richtig kennt, ist immer noch irritierend, wie die Neuzugänge bei den Ferox behandelt werden. Verletzungen sind normal, Kämpfe Pflicht und sollte jemand Selbstmord begehen, so ist es eine Ehre. Er war furchtlos und stellte sich seiner Angst. Für mich nicht verständlich ist aber, dass diverse Gewalttaten untereinander, die aus purem Neid und Hass begangen wurden und mit voller Absicht seinen Gegner zu schädigen, ausgeführt werden, nicht geahndet werden. Einem besseren Mittstreiter wird ein Auge ausgestochen, doch der Täter kommt davon. Tris wird brutal niedergeschlagen und über einen Abhang gehangen, gerade so gerettet, aber die Täter bleiben wieder straffrei.

Eine Frage tauchte bei mir immer wieder auf. Und zwar: Wo sind die „alten“ Menschen? Nie wird von Omas oder Opas gesprochen. Die ältesten sind die Eltern und auch in den Lagern der Altruan oder der Ferox begegnet man keinen. Wo sind sie also? Besteht die Welt nur noch aus den Jungen und den 40-50 Jährigen? Bei den Ferox kann ich mir noch vorstellen, dass die Menschen dort nicht lange leben. Durch die vielen waghalsigen Aktionen, die ab und zu auch mal schief gehen.

Der Spannungsbogen baut sich erst sehr langsam auf und erreicht erst kurz vor Schluss seinen Höhepunkt, der in einer schieren Gewaltexplosion daher kommt. Es bleiben einige Fragen offen und einige Handlungen ziehen zwangsläufig noch Auswirkungen mit sich, die es dann hoffentlich im nächsten Band geben wird. Schön wären auch weitere Erklärungen über die Unbestimmten und warum sie so gefährlich sein sollen, dass man sie sofort töten lässt, sobald man sie erkennt.

Die Autorin:
Während ihres Studiums des Kreativen Schreibens, verfasste die damals 20-jährige Veronica Roth, den Roman, der später „Die Bestimmung“ wurde. Mit diesem landete sie auf Anhieb in den Bestsellerlisten.

Fazit:
Ein langsamer Anfang mit gemächlich steigendem Spannungsbogen. Einige offene Fragen und eine Welt, die wir so noch nicht verstehen können. Für einen Debüt-Roman aber sehr gelungen.
Ich vergebe 4 Büchersterne.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s