Die Nacht

Del Toro : Die NachtToro, Guillermo del ; Hogan, Chuck
Die Nacht
Engl. Titel: The night eternal
München ; Heyne, 2012
ISBN 978-3-453-266-50-6
428 S. – 19,99

Ephraim Goodweather Trilogie:
Bd. 1: Die Saat
Bd. 2: Das Blut
Bd. 3: Die Nacht

Inhalt:
Dem Meister ist es mit seiner Vampirseuche gelungen die Welt einzunehmen. Die „Alten“, ebenso mächtige Vampire wie er, hat er alle getötet. Die Menschheit fristet ein Dasein in ständiger Todesangst. Nur noch eine kleine Gruppe Menschen, unter ihnen Ephraim Goodweather, leisten Widerstand. Sie müssen endlich das Occido Lumen entschlüssen, um den Meister zu vernichten.

Rezension:
Ein wunderbares Plus dieses Buches ist das erste Kapitel, ein Tagebucheintrag von Eph Goodweather, in dem er die Invasion des Meisters nocheinmal kurz zusammenfasst. Ein uralter Vampir verseucht die Menschen, die sich in willenlose Zombievampire verwandeln.
Zum Ende des zweiten Bandes Das Blut blieb man als Leser in einer vollkommenden Endzeitstimmung zurück. Nach dem zahlreiche Kernspaltungen zu Explosionen und nuklearer Verseuchung führten und der Himmel durch Vulkanausbrüche komplett von Asche verdeckt wurde, glaubte niemand mehr, dass es ein gutes Ende geben würde.

Zwischen dem zweiten und dritten Band liegen in der Handlung zwei Jahre. In diesen haben Eph und Co. nicht nur gegen die Horden des Meisters gekämpft, sondern auch sich untereinander entzweit, was keiner gerne ansprechen möchte.
Auch der Meister hat nicht geschlafen, sondern ganz gezielt bestimmte Bereiche wieder aufgebaut. Es gibt Strom, Wasser und sogar Nahrung, aber nur dort wo der Meister will. So gibt es Farmen, in denen Menschen mit einer bestimmten Blutgruppe „gezüchtet“ werden und auf anderen alte Menschen gnadenlos gemetzelt werden. Hier haben es del Toro als Drehbuchautor grandios beschrieben, so dass unser Kopfkino sofort die grausigen Bilder abspielt.

Die Nacht ist eine Mischung aus Hoffnung, Verzweiflung und gnadenloser Ungerechtigkeit. Natürlich hoffen wir alle auf ein Happy End, doch so was geht in richtigen Horrorstreifen nur mit Verlusten. Ephs Sohn, der vom Blut des Meisters abhängig ist, Noras demenzkranke Mutter die von Noras Ex-Chef den Vampiren ausgeliefert wird und starke Kämpfer, die infiziert werden und sich selber opfern, um der Menschheit willen.

Zwischendurch gibt es immer wieder Ausschnitte aus Ephs Tagebuch, das er für seinen Sohn schreibt, mit der Hoffnung die Seuche zu besiegen, wohl wissend, dass er es nicht überleben könnte. Daneben erhalten wir ein paar Mal Einblicke in die Geschichte der Vampire. Wie die drei Engel Michael, Gabriel und Ozryel die Städte Sodom & Gomorra von ihren Lastern befreien sollten, aber Ozryel von seinem eigenen Bruders Blut trank und später verbannt wurde. Er wurde zerschnitten und die Körperteile auf der Erde verstreut. Doch aus ihnen floss zähes dunkles Blut, dass die „Alten“ schuf.

Ebenso wie die Entstehung der Vampire, erhalten wir Einblick in die komplette Lebensgeschichte von Quinlan, dem „Sohn“ des Meisters. Er ist ein Mischwesen. Stark und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte wie die Alten und auf Blut angewiesen wie die plumpen Vampire. Von jeher will der die Vernichtung des Meisters und schließt sich mit Eph & Co. zusammen. Er schafft es auch das Occido Lumen zu lesen, nachdem das Silber für ihn entfernt wurde.

Die ersten zwei Drittel lernen wir die neue Welt kennen, ihre schrecklichen Seiten und die hoffnungslosen Versuche von Eph & Co. sich zu behaupten. Düster sieht die Zukunft aus, als plötzlich seltsame Zeichen erscheinen.
Um die Handlung irgendwie zu beenden, mussten diese irgendwann folgen. Es scheint fast keinen anderen Weg zu geben, als mystische Erscheinungen zu nutzen. Engel, plötzliche Lichtstrahlen, die Sonne kommt wieder stärker durch und das in Momenten in denen sie just gebraucht wurden.

Cover:
Die Cover aller drei Bücher zeichnen sich durch ihre Schlichtheit aus. Band eins ist noch silber aber mit einem Blutkratzer. Band zwei ist dunkelrot und zerkratzt. Und Band drei schließlich ist so dunkel wie sein Inhalt und nur durch einen roten triefenden Blutropfen „erhellt“.

Die Autoren:
Guillermo del Toro ist Regisseur und Drehbuchautor. Zu seinen gefeierten Werken zählt z.B. Pans Labyrinth oder die Hellboy-Reihe. Chuck Hogan ist Autor von Thriller-Bestsellern wie z.B. Endspiel und Kopfgeld.

Fazit:
Der krasse Gegensatz zu den „lieblichen“ Twilight-Vampiren! Der Abschlussband durchbricht die Endzeitstimmung und führt zum explosiven Showdown.
Ich vergebe 4 Büchersterne.

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