Zuhause redet das Gras

Zuhause redet das GrasRundell, Katherine
Zuhause redet das Gras
Engl. Orig.-Titel: The girl savage
Hamburg ; Carlsen, 2012
ISBN 978-3-551-58264-5
252 S. – 14,90 €

Inhalt:
Will und ihre Vater leben auf einer Farm in Afrika. Es ist eine wunderbare Kindheit, die auf einmal endet, als ihr Vater stirbt. Sie wird nach England auf ein Internat geschickt. Doch dort leidet sie unter dem Mobbing ihrer Mitschülerinnen.

Rezension:
Behutsam gelangen wir nach Afrika, Simbabwe, und lernen Wilhelmina, genannt Will und ihren Vater William kennen. Sie leben ein einfaches Leben, ihre Farm hat keine richtigen Fenster, aber sie lieben ihre kleine Welt.
Will ist ein Wildfang, wie er im Buche steht. Wüsste man nicht, dass sie ein Mädchen ist, so könnte man sie glatt für einen Jungen halten. Dies gefällt einigen Nachbarn nicht, die ihre Mädchen eben mädchenhaft erziehen. Schick gekleidet, lieb und brav. Will hingegen klettert auf Bäume, plantscht im Matsch, hat ständig Kratzer an Knien und Händen und macht sonst so alles was ein Junge macht. Nur noch draufgängerischer (falls es diese Steigerung geben sollte 😉 ).
Nach und nach erfährt man etwas aus der Vergangenheit. Wer war Wils Mutter und was ist mit ihr passiert.

Der Wendepunkt in Wils Leben trifft ein, als ihr Vater schwer erkrankt. Doch statt des geforderten Arztes, kommt die Krankenschwester Cynthia, die die Ansicht vertritt, dass William nicht schwer krank sei. Aber sein Zustand verschlechtert sich und viel zu spät wird ein Arzt verständig. Nur stirbt William und für Wil bricht von dort an die schwerste Zeit an.
Einer der best ausgearbeitesten Charaktere dieser Geschichte ist Cynthia. Sie verkörpert die Bitch schlechthin. Von ihrer Bosheit her würde ich sie mit Dorlores Umbridge aus Harry Potter vergleichen. Sofort als diese Frauen in die Geschichte eingeführt wurden, verspürte man so einen Hass und eine Ablehnung gegen sie.
Jeder weiß, dass Cynthia böse ist, aber niemand unternimmt etwas gegen sie. Sie weiß, wie sie geschickte Drohungen andeuten kann und alle tanzen nach ihrer Pfeife. Und die arme Will leidet am meisten.
Schlussendlich hat sie keine Wahl und muss ins Internat nach England. Weit weg von allem was ihr lieb und teuer ist.
Dort im Internat fängt dann auch das Mobbing an. Will ist eben alles andere als ein normales Mädchen. Ihre Haare sind verfilzt, ihre Manieren nicht gut genug, sie kann den Unterrichtsstoff nicht und ihre Kleidung passt auch nicht.
In der Schule gibt es nur eine nette Person, die allerdings viel zu kurz kommt. Die Direktorin Mrs. Blake. Sie hätte sicher einiges bewirken können, doch ihr Auftreten war nur von kurzer Dauer.

In London wird Will noch einigen anderen Leuten begegnen, aber diese zu erwähnen, würde das Ende fast schon verraten, darum bleiben sie in dieser Rezension verborgen.

Hätte sich die Autorin nicht so sehr in den Beschreibungen Afrikas, egal wie wunderschön es dort sein muss, verloren, so wäre der Part in London und die Auflösung der Misere der kleinen Will nicht so kurz geraten. Mir ging die Auflösung etwas zu flott und zu glatt.

Die Autorin:
Katherine Rundell, geb. 1987, wuchs in London, Simbabwe und Brüssel auf. 2008 bekam sie ein Forschungsstipendium des All Souls College, Oxford. Zuhause redet das Gras ist ihr erstes Buch und zurzeit schreibt sie an einem zweiten Buch.

Fazit:
Vom wunderschönen Afrika ins triste London. Ein kleines Mädchen beißt sich durch. Und das wortwörtlich.
Ich vergebe 3 1/2 Büchersterne.

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