Delirium – die Liebe ist eine Krankheit

DeliriumOliver, Lauren
Delirium : amor deliria nervosa
Engl. Orig.-Titel: Delirium
Amor-Trilogie; 1
Hamburg ; Carlsen, 2011
ISBN 978-3-551-58232-4
409 S. – 18,- €

Inhalt:
Die Liebe ist eine Krankheit, gegen die man mit 18 Jahren geimpft wird. Ab da führt man ein glückliches Leben. Lena freut sich auf den Tag des Eingriffes, doch dann lernt sie Alex kennen…

Rezension:
Auf den ersten Blick erscheint Dilirium wie eine ganz normale Dystopie. Ein Mädchen fest eingespannt im Netz der Allgemeinheit. Abweichen ist tödlich, Mitlaufen ein Muss. Dann lernt sie einen Jungen kennen, der sich gegen die Regeln wehrt und verliebt sich in ihn worauf sie Zweifel bekommt. Schlussendlich entscheidet sie sich für den Jungen und gegen die Gesellschaft in der sie lebt und die sie nun auf Gedeih und Verderb verfolgt.

Ja, auch Delirium folgt diesem Muster. Aber dennoch hat die Geschichte etwas anderes, Neues. Denn hier geht es um Gefühle, die Liebe. Und dass sie eine Krankheit ist, die für Menschen tödlich endet.
Sobald man 18 Jahre alt wird, geht es zur großen Operation, bei der im Gehirn rumgeschnippselt wird und fortan ist man immun. Alle, die diesen Eingriff hinter sich haben, sagen sie seien glücklich. Doch uns als Leser wird klar: Niemand ist glücklich. Ihnen ist alles gleichgültig. Keine Freude mehr, gar keine wirklichen Gefühle. Nur grauer Alltag.
Zudem bekommt man einen Partner zugewiesen und auch wie viele Kinder man bekommen soll. Zu diesen hat man aber gar keine Bindung. Keine Mutterliebe, nichts.

Unsere Hauptdarstellerin Lena kann es kaum erwarten, bis sie 18 wird und dann operiert wird. Sie spürt selber, dass sie nicht unbedingt den Vorstellungen der Allgemeinheit entspricht. Sie hat eigentlich eine andere Lieblingsfarbe und denkt öfters weiter, als sie es hätte tun sollen. Und genau deswegen, sieht sie dem Eingriff erwartungsvoll entgegen. Lena will nicht wie ihre Mutter sein, die nie der Liebe abschwor, auch nach mehreren Operationen (sogar ohne Narkose!!!!). Ihre Mutter soll Selbstmord begangen haben, wodurch einige Leute Lena kritischer beobachten.

Hana, Lenas beste Freundin, lebt ein luxuriöseres Leben als Lena. Zudem interessiert sie sich etwas zu viel für die Invaliden, diejenigen, die gegen die Eingriffe sind. Oftmals verunsichert sie Lena dadurch und die beiden distanzieren sich etwas. Auch Freundschaft verblasst nach dem Eingriff. So versuchen beide, ihren letzten Sommer zu zweit noch zu genießen.
Aber man erkennt ein starkes Band zwischen den beiden, denn Lena riskiert alles, um ihre beste Freundin vor einer Razzia zu warnen, wobei sie aber schwer verletzt wurde.

Alex ist fast schon der typische männliche Part in der Dystopie. Er taucht plötzlich auf, zeigt der Hauptperson die andere Welt und hat ein dunkles Geheimnis. Alex ist nicht der, der er vor gibt zu sein. Seine Ausweise sind gefälscht und er ist auch nicht operiert. Und er schafft es Lena die Liebe näher zu bringen.

Die anderen Charaktere, alle ab 18, sind monoton und trist. Es scheint, als würden sie alles nach einer bestimmten Reihenfolge erledigen. Als ob jeder Tag im Vorfeld für sie geregelt sei. Alle ihre Gefühle sind weg, nur die Gleichgültigkeit ist gewachsen. Das, was ihnen als Kindern Spaß gemacht hatte, ihre Hobbies und Vorlieben, sind vergessen. Keine Liebe, kein Hass, kein Mitleid, keine Freude. Bloß tristes vor-sich-her-Leben.
Sieht so die Welt aus, in der man leben möchte?

Das Cover besticht durch das Wort Liebe, das über das ganze Bild geschrieben ist. Jetzt, nach dem Lesen des Buches, stelle ich mir so die Zellenwand von Lenas Mutter vor, wie sie das Wort Liebe immer und immer wieder geschrieben hat. Ein kleiner Hoffnungsschimmer in einer düsteren Zelle.

Fazit:
Liebe ist tödlich und dieser Cliffhanger erst recht! Eine Dystopie nach dem gleichen Schema wie zahlreiche andere, aber dennoch bestechend gut, durch das außergewöhnliche Thema.
Band 2 heißt Pandemonium und erscheint im November 2012.
Zudem gibt bei amazon ein E-Book zum ersten Band aus Sicht von Hana.
Ich vergebe 4 Büchersterne.

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5 Kommentare zu “Delirium – die Liebe ist eine Krankheit

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