Gift – eine Graphic Novel über die wohl berühmteste Mörderin Bremens

Gift - Graphic NovelPeer Meter und Barbara Yellin
Gift
München ; Süddeutsche Zeitung, 2011
(Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels; 3)
ISBN 978-3-86615-870-2
199 S., durchgehend illustriert. – 14,90 €

Inhalt
Eine Schriftstellerin will einen Reisebericht über Bremen schreiben, doch dann rutscht sie in den größten Kriminalfall Bremens hinein. Gesche Gottfried soll hingerichtet werden, da sie mindestens 15 Menschen mit Gift tötete.

Rezension:
Peer Meter, der bereits ein Sachbuch über die Giftmörderin Bremens veröffentliche, hat zusammen mit Barbara Yellin diesen Fall zur Graphic Novel umgearbeitet.
Bremen um 1831. Eigentlich sollte die junge Schriftstellerin nur einen Reisebericht für den Brockhaus-Verlag anfertigen, doch sie gerät immer tiefer in den Fall hinein. Sie wagt es sogar an der Schuldfähigkeit der Verurteilten zu zweifeln, worauf sie sich viele Feinde in der Stadt macht.
Peer Meter recherchierte und hatte auch Zugriff auf bisher verschollene Akten, sodass er eine gelungene Wiedergabe des historischen Kriminalfalles erschaffen konnte.
Durch die junge Schriftstellerin mit ihrem schon offenen Ansichten, blickte man tief in die von Vorurteilen behaftete Zeit ein.
Zitat von Seite 113: “ Denn was ist das Weib anderes… als bloß eine Mittelstufe zwischen Kind und Mann, kein richtiger Mensch also, sondern zeitlebens ein unreifes Wesen.“

Im Anhang gibt es Kurzbiographien zu den wichtigsten Personen im Bremer Kriminalfall und auch was es mit dem Verschwinden der Prozessakten auf Sicht hat sowie den Hintergrund des Schmucksteines, der genau an der Stelle in Bremen zu finden ist, an der Gesche Gottfried hingerichtet wurde.

Die Zeichnungen stammen von Barbara Yellin und sind insgesamt sehr dunkel gehalten. Oftmals erscheinen Stellen unbearbeitet oder unfertig, wobei dies auch Teil des künstlerischen Stils sein könnte. Mir jedenfalls war der gesamte Comic viel zu dunkel und öfters dachte ich eher an ein Skizzenbuch, als an einen Comic.
Das Lettering der Textpassagen und Sprechblasen sieht mir eher nach einem Handlettering aus, wobei man derzeit ja schon unzählige Handschriften am Rechner nachahmen kann. Auch hier scheint das Lettering an einigen Stellen unsauber, Absicht oder nicht?

Im Gegensatz zur ersten Veröffentlichung im Reprodukt Verlag, ist die Ausgabe der Süddeutschen Zeitung mit Lesebändchen versehen und gebunden. Das Blutrot des Covers lässt Gesche Gottfried viel intensiver erscheinen.

Fazit:
Der historische Kriminalfall Bremens eindruckvoll in Szene gesetzt. Regt zum Nachdenken über die Schuldfähigkeit an. Leider viel zu dunkle Bilder.
Ich vergebe 3 1/2 Büchersterne.

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3 Kommentare zu “Gift – eine Graphic Novel über die wohl berühmteste Mörderin Bremens

    • Gern. 😉
      Ich wollte es zunächst gar nicht lesen, weil mir der Zeichenstil nicht gefiel. Aber das außen vorgelassen ist die Geschichte richtig gut.
      Und die Ausgabe von der Sdt. Zeitung ist sogar günstiger.

  1. Da muss ich mal reinschauen. Vor allem würden mich die Zeichnungen interessieren! Und aber natürlich auch die Geschichte selbst!

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