Liebe auf den ersten Blick

Liebe auf den ersten BlickSierra i Fabra, Jordi
Liebe auf den ersten Blick
Span. Orig.-Titel: Historia de un segundo
Köln ; Baumhaus, 2012
ISBN 978-3-8339-0124-9
251 S. – 14,99 €

Inhalt:
Eliseo schuftet jeden Tag hart. Eines Tages trifft er auf die anmutige Elena, Tochter aus gutem Hause. Beide verlieben sich ineinander, aber ihre Beziehung hat keine Chance. Ohne je ein Wort miteinander zu wechseln, kommunizieren sie durch Buchseiten und Zettelchen, bis sie auseinander gerissen werden.

Rezension:
Unter normalen Bedingungen würden sich die beiden Menschen, um die sich diese Geschichte dreht, gar nicht kennen lernen. Vielleicht würde der Junge sie von Weitem sehen, aber sie niemals ihn.
Wir befinden uns in Spanien im 19. Jahrhundert und uns begegnen zwei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten. Allein schon von ihrer Herrkunft.
Eliseo ist ein Waisenjunge und Analphabet. Er schuftet wie ein Leibeigener beim ortsansässigen Arzt. Dieser schägt ihn, wann immer es ihm danach ist. Eliseos einziger Freund ist der Lehrer des Ortes.
Elena Monteagudo de Sanchidrián lebt wohl behütet in einem goldenen Käfig. Stets ist eine Gouvernante an ihrer Seite, die sie rügt und keine Gespräche oder Begegnungen mit anderen zulässt.
So will es der Zufall, oder das Schicksal, dass sich diese beiden Jugendlichen kennenlernen.
Es ist eine wunderbare Liebesgeschichte in Romeo-und-Julia-Manier, die allerdings nicht als Tragödie endet.

Die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin, was einerseits an der sehr interessanten Handlung liegt, andererseits liegt es auch am Lettering, bzw. der Seitengestaltung. Die Schrift ist sehr groß und oben sowie unten sind jeweils gut 3-3,5 cm Rand. Über jedem Kapitel spiegeln Illustrationen den Inhalt wieder.
Da die ganze Liebesgeschichte auf aus einem Buch herausgerissenen Seiten besteht, sind diese ebenso abgedruckt. So erfahren wir auch die komplette Lieblingsgeschichte von Elena.

Das Buch ist ein zwei Abschnitte geteilt. Im ersten lernen beide Figuren einander kennen und kommunizieren über den Code in den herausgerissenen Seiten. Hätte Eliseo nicht den Lehrer zum Freund, der ihm vorliest und für ihn schreibt, so wäre seine Lese- und Schreibschwäche der Tod für die aufkeimende Liebe.
Im zweiten Teil muss Eliseo eine Entscheidung treffen. Denn die Jugendlichen werden auseinander gerissen. Hier wird ihm bewusst, dass er handeln muss, oder er wird Elena nie wiedersehen.

Das Cover ist sehr schlicht gehalten, betont aber durch den Titel eindeutig die Botschaft der Geschichte. Gestalterisch sieht das gesamte Cover aus, als wäre es durch hunderte von Händen weitergegeben worden. Bräunlich und die Ecken abgenutzt. Rechts unten erkennt man die Schrift und einen Füller.

Der Autor:
Jordi Sierra i Fabra wurde 1947 in Barcelona geboren und schrieb bereits mit acht Jahren erste Geschichten. Mit 12 Jahren fällte er den Entschluss Romanautor zu werden. Mittlerweile gehört er zu den meistgelesenen Autoren und gewann mehrere Preise. Eine ausführliche Biographie findet ihr beim Dressler-Verlag.

Fazit:
Eine romantisch tragische Liebesgeschichte über die erste Liebe zweier Jugendlicher, in einer Zeit, in der die Herkunft noch von tragender Bedeutung war. Kurzweilig und schnell durchgelesen.
Ich vergebe 4 Büchersterne.

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