The Sign – nur zu deiner Sicherheit

The Sign; 1 Karr, Julia
The Sign – nur zu deiner Sicherheit
(Bd. 1 von wahrscheinlich 3)
Engl. Orig.-Titel: XVI
München ; cbt, 2011
1. Aufl, dt. Erstausg.
cbt; 30772
ISBN 978-3-570-30772-4
477 S.   8,99 €

Inhalt:
Die Zukunft. 2150. Nina, 15 Jahre, fürchtet momentan nichts mehr als ihren 16. Geburtstag. Denn dann bekommt sie ihr XVI-Tattoo, dass aller Welt zeigt, dass es ihr erlaubt ist, Sex zu haben. Durch ihre Mutter weiß sie, das die Welt nicht so schön ist, wie die Medien und die Regierung es präsentieren.
Als ihre Mutter auf brutale Weise ermordet wird, muss Nina sich und ihre Schwester vor dem aggressiven Ex ihrer Mutter beschützen. Nebenbei lernt sie Sal kennen und verliebt sich in ihn.

Achtung, an einen Stellen spoilere ich ein bisschen. Lässt sich zwangsläufig nicht ganz vermeiden.

Rezension:
The Sign war noch vor seinem Erscheinen in vieler Blogger Munde, da das Cover mehrfach geändert wurde.
Anfangs wurde der englische Titel XVI verwendet, der absolut Sinn macht. Denn es ist die römische Zahl 16. Logisch, oder? Doch dann entschied sich der Verlag für The Sign. Zunächst in den Farben des alten Titels, aber plötzlich in diesem dunklen Lila. In der Geschichte selber wird nur am Anfang von The Sign gesprochen, ansonsten ist es immer XVI. Das XVI-Tattoo, die Zeitschrift XVI-Ways. Für mich ist dies ein absoluter Nachteil für dieses Buch.

Die Dystopie spielt im Amerika der Zukunft. Diese ist mit dem Jahr 2150 sehr genau angegeben. Dass es so weit in der Zukunft spielt hat mir an sich gut gefallen, denn wenn ich nun den Inhalt nochmal vor meinem inneren Auge Revue passieren lasse, dann könnte ich der Autorin das Ganze nicht abkaufen, wenn es 2050 spielen würde.
Man stelle sich nun eine, im Bezug auf die Persönlichkeitsrechte der Frau, sehr sehr rückschrittliche Zeit vor. Gerade junge Mädchen (scheinen) sind zu Sklavinnen der Übersexualisierung der Menschheit geworden.
Den jungen Mädchen wird eingetrichtert, dass sie sich freuen müssen, denn es gebe nichts Schöneres, als ihren 16 Geburtstag. Sie dürfen endlich Sex haben, mit wem sie wollen und wo immer sie wollen. Aber im Grunde gelten sie dann als Freiwild. Denn eigentlich sind ihnen alle Rechte aberkannt. Vergewaltigungen, die durchaus vorkommen, werden nie verfolgt, denn ein Sex-Teen, wie die Mädchen genannt werden, wollte es ja so. Sie hat das Tattoo, also will sie es so. Sollten sie schwanger werden, so darf der Erzeuger bestimmen, was mit dem Kind geschieht. Will er es nicht, so wird abgetrieben. Harter Tobak, aber diese Informationen fließen nicht alle auf einmal auf den Leser ein, sondern immer wieder geschickt gespickt an vielen Stellen. Mir wurde es nicht zu viel, aber ich hätte gerne noch mehr über die ganze Regierung und ihre Machenschaften erfahren.

In nun dieser beschriebenen Welt wächst unsere Protagonistin auf. Sie kennt nichts anderes als dieses Leben, obgleich ihre Mutter sie über die Wahrheiten hinter dem Tattoo aufklärt. Im Nachhinein gesehen, hatte ich bis ca. zur Mitte der Geschichte, keinen richtigen Zugang zu Nina. Aus ihrer Sicht wird zwar das Geschehen erzählt, aber irgendwie bleib sie mir fremd.
Der komplette Gegensatz zu Nina ist ihre beste Freundin Sandy. Sie wird von ihrer Mutter zum perfekten Sex-Teen erzogen und bleibt bis zum Schluss so naiv, dass sie alles glaubt, was Regierungen und Medien ihr erzählen. Selbst als ihre Freunde sie ins Vertrauen ziehen und sie eigentlich weiß, dass gewisse Dinge nicht stimmen, kommt sie aus ihrer Naivität nicht heraus.
Sal ist einer der wenigen Jungen, die nicht nur an Sex denken. Er ist einer der verdeckt arbeitenden Widerstandskämpfer. Einerseits will er so viele Informationen wie möglich über Ninas Vater haben, da dieser einst Widersacher Nr. 1 gegen die Regierung war und andererseits fühlt er sich immer mehr zu Nina hingezogen.
Einige weitere Charaktere sind Wei, die eine sehr gute Freundin von Nina wird und sie auf jede erdenkliche Art beschützen will. Ihre Familien waren früher eng befreundet, bevor Ninas Vater verschwand.
Dee ist Ninas kleine Schwester und muss extremst vor Ed, dem Bösewicht der Geschichte, beschützt werden.
Mike und Derek, zwei Freunde aus Kindheitstagen.
Bei all diesen Personen scheint man schnell die Übersicht zu verlieren, aber bis auf wenige Ausnahmen kann man sich die Namen gut merken und weiß eigentlich an jeder Stelle, wer nun vor einem steht.

Der Schreibstil der Autorin hat mir grundsätzlich gut gefallen. Schnell und flüssig ließen sich die Seiten weglesen. Die Jugendsprache hielt sich in Grenzen, wenn man hier als Vergleich die House of Night Saga heranzieht.
Allerdings gab es gleich von Beginn an ein Problem. Die Abkürzungen.
PAV, WeLS, B.O.S.S., FAV-Anlage.
Drei davon wurden erklärt, nur die Auflösung von B.O.S.S. habe ich nicht gefunden. Jedenfalls handelt es sich beim PAV um eine Art HeadSet/Handy. Die FAV-Anklage ist eine Familen-Audio-Video-Anlage. Und das WeLS ist eigentlich ein Programm, dass Mädchen der unteren Ränge (die Menschen sind in unterschiedliche Klassen eingeteilt, bei Rang 1, hat man mega Pech gehabt) eine Chance haben, ihrem Elend zu entfliehen. Doch leider ist dies nicht der Fall. Der Großteil der Mädchen wird als Sexsklavinnen zunächst an die höchsten Regierungsbosse geschickt und danach als Ehefrauen an die Arbeiter auf dem Mars.
Die ganzen Abkürzungen hätten viel früher kurz erklärt werden sollen. In einem Nebensatz. So hätte man sich viel früher, etwas über die Geräte vorstellen können.

Über das Cover habe ich am Anfang schon etwas geschrieben, was den Titel betrifft. Das Mädchengesicht an sich passt überhaupt nicht zur Geschichte. Könnte es Nina sein? Ich weiß nicht. Ein Mädchengesicht, umrahmt von lila Blättern, einfach nur um hübsch auszusehen. Hat zwar auch etwas mit der Geschichte zu tun, aber verhilft dem Buch nicht, aus der Masse der Mädchengesichterbücher herauszustechen.

Als ich das Buch zu lesen anfing, war mir bewusst, dass es der erste Band einer (wahrscheinlich) Trilogie sein wird. Aber während des Lesens und auch zum Schluss war ich fast schon sicher, dass es ein Einzelband sei. Für mich ist die Geschichte zwar mit offenen Fragen zu Ende gegangen, aber diese waren nicht so wichtig, als dass ich einen Nachfolger vermuten würde. Grundsätzlich finde ich, kann man dieses Buch lesen und es dabei belassen. Es braucht nicht unbedingt eine Fortsetzung. Als Leser könnte ich selber hinausschweifen und mutmaßen, was nun passieren könnte.
Aber es gibt eine Fortsetzung. Diese ist bereits auf Englisch erschienen und heißt „Truth“. Mal sehen, wann sie auf deutsch erscheint. Bei amazon ist sie jedenfalls noch nicht gelistet.

Die Autorin:
Kulia Karr wurde in Indiana geboren, zog aber mit 15 Jahren nach Chicago. (Nina musste mit 15 nach Chicago umziehen).  Ihr Schreibtalent soll seinen Ursprung in ihrer unersättlichen Gier nach Büchern haben. Sie lebt immer noch in Chicago und hier spielt auch dieser Roman.

Fazit:
So vieles möchte ich noch zu diesem Buch sagen, doch je mehr ich erzähle umso weniger müsstet ihr es dann lesen. Eine schreckliche Zukunftsvision, ein junges Mädchen, das ihren Halt verliert und um vieles kämpfen muss und ein Funken Liebe, machen diesen dystopischen Thriller zu einem echten Pageturner.
Trotz kleinen Makeln vergebe ich 4 1/2 Büchersterne, denn ich war total überrascht von dem Buch.

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4 Kommentare zu “The Sign – nur zu deiner Sicherheit

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