Im Land des Voodoo-Mondes

Im Land des Voodoo-MondesWeise, Kathleen
Im Land des Voodoo-Mondes
Stuttgart [u.a.] ; Planet Girl Verl.
ISBN 978-3-522-50263-4
285 S.    14,95 €

Inhalt:
Frankreich steht kurz vor der Revolition. 1789. Éloise und ihr Vater gehen derweil auf der Karibikinsel Saint-Dominique von Bord. Ihr Onkel lebt dort als Plantagenbesitzer. Hier erlebt Éloise zum ersten Mal, wie die Sklaven leiden. Zudem kommt sie mit der Religion der Sklaven in Kontakt. Als Éloise sich in Gabriel verliebt, gerät sie immer tiefer in die Rassenkonflikte und in den Bann des Voodoo.

Rezension:
In ihrem zweiten historischen Roman schickt uns Kathleen Weise in die Karibik. Die Auswirkungen der drohenden Revolition spürt man bis auf die Insel Saint-Dominique.
Dort müssen Sklaven Zuckerrohr anbauen und den weißen Plantagenbesitzern dienen.
Éloise, die Protagonistin, durchlebt eine grundlegende Wandlung. Sie selbst meint, dass ihre Kleidung in Frankreich ihr das Gehirn wegschnürte und sie nun, da sie der Hitze auf der Insel ausgesetzt ist, endlich wieder klar denken kann. Immer öfter setzt sie sich für die Sklaven ein, erhebt sich gegen die Ungerechtigkeit und Grausamkeit und versucht ihnen zu helfen.
Dem Volksglauben, Voodoo, kommt sie auch immer näher, da sie stets Trommelgeräusche wahrnimmt und in ihrem Träumen die Gottheiten des Voodoo trifft. Auch Gabriel, in den sie sich verliebt, obwohl er der Sohn einer Sklavin und des Plantagenbesitzers Grenois ist, begegnet sie in ihrem Träumen. Zusammen wollen sie der Ursache auf den Grund gehen, dass sie in scheinbar zufällige Unfälle verwickelt ist.
Irgendwer oder irgendetwas trachtet ihr nach dem Leben.

Diese feine Spannung baut die Autorin geschickt ein. Erst nur ein bischen, dann immer mehr, bis sich dann alles am Ende auflöst. Den Bösewicht der Geschichte hatte man als Leser nicht sofort auf dem Schirm, aber als er sich dann enttarnt, macht es klick und unterbewusst habe ich so etwas schon geahnt. Doch zu keiner Zeit waren die Hinweise so eindeutig, dass man diese Person durchschaut hätte.

Die Figuren an sich sind nicht alle ausführlich dargestellt, von den meisten wissen wir nur, wie schön sie sind, oder was sie von der Erscheinung hermachen. Charakterzüge und Gefühle sind eher rar.

Uns begleitet ein auktorialer Erzähler. Er weiß alles über Éloise und ihre Familie, die Plantage, die Personen, usw., aber gibt uns nur spärliche Informationen.
Ich hätte gern mehr über die Sklaven und ihre Schicksale gelesen. Auch der ganze Voodoo-Glaube wird nur angeschnitten. Viele Namen wandern durch das Buch, die zum Glück im Register nachgelesen werden können, denn ansonsten würde man sich ihre Bedeutung nicht merken können.

Das Cover ist wieder eine gelungene Abwechslung. Ganz in rot, mit Hisbiskus-Blüten und einem Totenkopf den man erst auf dem zweiten Blick sieht.

Die Autorin:
Kathleen Weise wurde 1978 geboren und hat am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig studiert. Sie ist freiberufliche Autorin und arbeit auch als Lekorin. Als ehrenamtliche Mitarbeiteren arbeitete sie auch einige Jahre für das Literaturbüro Leipzig e.V.

Fazit:
Ein gelungener Einblick in die Geschichte der Sklavenarbeit auf einer Zuckerrohrplantage, wenngleich dieser auch etwas ausführlicher hätte sein können. Eine zarte Liebesgeschichte und ein Glaube, der mysteriöser nicht sein kann. Die Auflösung war absolut stimmig und die Leselust nahm nie ein Ende. Viel zu schnell ging das Buch zu Ende.

Ich vergebe 4 Büchersterne.

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