Scarlett

ScarlettBaraldi, Barbara
Scarlett : die Liebe hat Augen wie Eis, der Tod Augen wie Feuer
Ital.: Orig.-Titel: Scarlett : l’amore ha occhi di ghiacco, la morte di fuoco
Köln ; Baumhaus-Verl., 2011
428 S.   12,90 €
ISBN 978-3-8339-0048-0

Inhalt:
Nach dem Umzug in die Toskana muss sich Scarlett erst einleben. Die vielen Streitereien ihrer Eltern helfen ihr nicht gerade. Sie findet Trost in der Schulbibliothek und auch zwei Mädchen, mit denen sie eine Freundschaft aufbaut. Doch als der Bibliothekar, ihr engster Freund, ermordet wird, scheint auch Scarlett in Gefahr zu sein. Zumal sie sich in Mikael, den Frontmann der Band Dead Stones verliebt hat, der ihre Gefühle sogar erwiedert. Doch was für ein Geheimnis hütet der Junge mit den eisblauen Augen?

Rezension:
Scarlett ist der erste Roman einer Italienerin, den ich lese. Bislang kamen die ganzen Mystery/Fantasy-Romane immer von amerikanischen Schriftstellerinnen. An dieser Stelle fällt mir grad‘ auf, dass ich in letzter Zeit fast nur Bücher von AutorINNEN gelsen habe? Hat das einen Grund? o.O
Jedenfalls hat mir Scarlett sehr gut gefallen, doch die Übersetzung war an einigen Stellen nicht ganz zufriedenstellend. Gewisse Ausdrücke und Formulierungen klangen einfach etwas komisch.

Die Handlung erleben wir aus Scarletts Sicht. Sie ist eigentlich ein normales Mädchen, das mit ihren Eltern umzieht. Da ihr Vater eine bessere Stelle in der Toskana bekam, mussten ganz fix die Zelte abgebrochen werden. Für Scarlett ist dies nicht gerade einfach, weil sie just kurz vor Ferienbeginn erfahren hat, dass ihr Schulfreund Matteo in sie verliebt ist. Auch Simona, Scarletts Mutter, hat einige Schwierigkeiten mit dem Umzug. Sie muss ihren Friseurladen aufgeben und fortan die Tage als Hausfrau durchleben. Für sie ein sehr schwieriges Los. Für Scarlett und ihren kleinen Bruder Marco ist es überhaupt nicht leicht seitdem. Die Eltern streiten ständig. Geschrei und Gemecker jeden Tag.
Während des Lesens fällt einem auf, dass Scarlett sich in gewisserweise wie eine Mutter ihrem Bruder gegenüber verhält. Sie unternimmt mit ihm einiges, damit er die Streitereien nicht hören muss, erzählt ihm Geschichten und sie haben ein Lieblingslied.

In der Schule gerät Scarlett natürlich sofort an die Zicken-Clique und findet schwer Anschluss.
Ihr einziger Halt ist der Bibliothekar. Nach einiger Zeit freunden sich Genziana und Caterina mit ihr an. Erstere macht Scarlett erstmal klar, dass sie nichts mit Umberto anfangen soll, da Caterina in ihn verliebt ist. Dumm nur, dass der Typ unbedingt etwas von Scarlett will. Zudem hat er etwas gegen Scarletts Romanze mit dem überaus beliebten aber in sich zurückgezogenen Mikael.

Zwar lernen wir eine Vielzahl von Charakteren kennen und erfahren einiges über sie, aber dennoch bleiben sie mir eher blass. Scarletts neue Freundinnen scheinen beide sehr nett zu sein, dennoch waren sie mir teilweise unsympathisch. Wie kann man auf die Zickenclique hören, anstatt auf die Freundin?
Auch Umberto hat sich zu einer ungeliebten Figur entwickelt. In gewisser Weise stalkt er Scarlett und will um alles in der Welt verhindern, dass sie mit Mikael zusammen bleibt.

Handlungstechnisch passiert nicht allzu viel, doch die Geschichte zieht sich nicht in die Länge. Die spannendste Stelle ist wie bei den meisten Büchern wieder mal zum Ende zu finden, aber zwischendrin gibt es schon einige spannende Momente. Gefühlsmäßig hat’s die Autorin drauf. Es gibt viele Stellen, die so wunscherschön detailreich und absolut vorstellbar geschrieben sind, dass bei mindestens drei traurigen Stellen, die Tränchen bei mir kullerten.

Zwischendurch streuten sich dann ein paar feine Dämonendetails ein. Ein seltsames Monster, das in der Bibliothek wütet und das große Geheimnis von Mikael und seinen beiden Band-Kollegen. Hauptsächlich behandelt die Geschichte aber die Beziehung von Scarlett und Mikael.

Zum Cover:
Ganz abwegig von den ewigen Mädchen-mit-und-mal-ohne-Gesicht-Covern, ist dieses komolett schwarz mit einem blutroten Mond. In dieser Farbe könnten die Augen des Bösen geleuchtet haben, dem Scarlett im Buch begegnet.

Die Autorin:
Barbara Baraldi hat schon zahlreiche Romane und Kurzgeschichten in Italien veröffentlich. Sie ist eine preisgekrönte Mystery- und Fantasyautorin.
Scarlett scheint eine weitere Reihe im Fantasy-Genre zu sein. Auf ihrer Website präsentiert sie bereits Band zwei, der schon letztes Jahr erschien.
Allerdings ist die Handlung in Band eins im Grunde ziemlich abschließend. Das Ende liest sich sehr Happy-End-mäßig, mit einigen Abzügen.

Fazit:
Viele Gefühle. Zwar gibt es immer noch Rätselraten über die Dämonen, da sich dieser erste Band viel auf die Beziehungen der Figuren bezog, aber man fühlte sich nicht allzu sehr uninformiert.
Schade, dass die Übersetzung an einigen Stellen so seltsam klingt.
Ich vergebe 3 1/2 Büchersterne.

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2 Kommentare zu “Scarlett

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