Ketzerschwestern

KetzerschwesternZitelmann, Arnulf
Ketzerschwestern
Stuttgart [u.a.] ; Gabriel, 2011
ISBN 978-3-522-30266-1
334 S.    14,95 €

Inhalt:
Kathie und Ina sind Zwillinge und leben im Schwesternheim St. Sixtus. Kathie ist für den Garten zuständig und Ina macht Schreibarbeiten. Dabei kommt ihr ein ketzerisches Buch in die Hände, für dessen Besitz sie sofort ins Gefängnis und anschließend verbrannt werden würde.
Kathie will ihrer Schwester helfen, doch eines Tages verlieren sich beide im Getümmel in der Stadt.

Rezension:
Von außen macht das Buch einen schicken Eindruck. Eine junge Frau kehrt uns den Rücken zu und trägt ein einfaches Gewand. Die Seiten des Buches ziert eine goldene Bordüre.
Leider vermag das Äußere nicht auf den Inhalt überspringen.

Wir befinden uns im Jahr 1234 (Ina rechnete es Kathie vor) im Schwesternheim St. Sixtus. Kathie und Ina leben dort seitdem ihre Mutter gestorben war und verrichten Dienst an den Armen. Während Kathie im Garten aushilft, schreibt Ina Texte ab und liest den anderen Schwestern während der Arbeit Geschichten, Briefe und Gebete vor.
Die Zwillinge könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie selber wissen gar nicht so genau, welche von beiden die Erstgeborene ist und wer eigentlich Kathie und wer Ina ist. Es scheint, als ob der Autor dies selber nicht so genau wusste, denn irgendwie kann ich beiden nicht so recht bei ihren Entscheidungen und Entwicklungen glauben.
Die anderen Figuren bleiben, so wie die eigentlichen Hauptcharaktere, ziemlich flach. Ein paar Details aus deren Leben erfahren wir, aber dies ist nicht ausreichend. Z.B. dachte ich immer beim Lesen, dass Marina jünger als die Leiterin Märthe sei. Allein schon wegen ihrer Ausdrucksweise hielt ich sie für um die 20. Aber dann kam ein Satz, in dem Marina sagte, dass sie sich noch genau daran erinnern könne, weil sie ja noch einiges älter sei als Märthe. Ach, ok.

Der Autor legt grundsetzlich viel Wert auf den historischen Hintergrund. Die Zeit, der Ort und die Ereignisse die stattfanden sind sehr genau recherchiert und im Nachwort nochmal erläutert. Da ist auch nichts gegen einzuwenden, aber durch diese sehr genauen Beschreibungen (heute ist der Tag, morgen ist der Tag, usw.) blieben die Figuren auf der Strecke. Kathie war die ganze Zeit ein treudoofes Schaf, mich in sie hineinzuversetzen ging gar nicht.
Zusätzlich störte mich auch etwas dass gerade am Anfang viele Begriffe im hinteren Glossar nachzuschlagen waren. Dadurch stoppte der Lesefluss immer wieder.

Leider fehlte mir auch irgendwie der Spannungsbogen. Auf dem Buchrücken und auch im Klappentext wird eine spannende Geschichte vorgegaukelt, aber tatsächlich beginnt der Teil erst auf Seite 240 von 300. Und von da ab gehts auch ganz schnell. Kathie sucht und findet ihre Schwester auch ungewöhnlich schnell, aber was dann passiert sah danach aus, als ob der Autor nicht wusste, wie er seine Geschichte beenden sollte.
Zack, bumm, passiert.
Ich möchte hier nicht das Ende erzählen, aber ein Happy-End wirds nicht. Als ob dem Autor seine Figuren nicht mehr wichtig waren.
Schade.

Fazit:
Ein historischer Roman, der die Religiösität des Mittelalters gut darstellt, aber leider für Jugendliche absolut langweilig ist. Schade, aus den Hauptfiguren hätte man viel mehr machen können, anstatt sich so stark auf die Zeitspanne der Geschichte zu beschränken.
Ich vergebe 2 1/2 Büchersterne.

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