Schoßgebete

SchoßgebeteRoche, Charlotte
Schoßgebete
München [u.a.] ; Piper, 2011
282 S.   16,99 €
ISBN 978-3-492-05420-1
490g

Inhalt:
Elizabeth Kiehl, 33 Jahre, lebt mit ihrem Mann Georg (ca. 50) und ihrer Tochter Liza, 7 Jahre, zusammen. Sie muss regelmäßig zur Therapeutin, um u.a. ihre vielfälltigen Traumata zu verarbeiten.

Rezension:
Schoßgebete ist nach Feuchtgebiete der zweite Roman der „Skandal“-Autorin (wie sie ja so schön von vielen bezeichnet wurde) Charlotte Roche. Während in Feuchtgebiete die 18-jährige Ruth die Protagonistin war, ist es in Schoßgebete die 33-jährige Elizabeth. Ebenso wie Ruth muss sie einige familiäre Traumata überwinden. Ruth muss damit leben, dass sie ihre Eltern nicht wieder zueinander führen kann, ihre Mutter stets neidisch auf ihr Kind war und sich sowie ihren Sohn damals umbringen wollte. Elizabeth verlor bei einem Autounfall ihre drei jüngeren Brüder, die auf dem Weg zu ihrer Hochzeit waren, nur ihre „verhasste“ Mutter überlebte.
Elizabeth scheint eine sehr unsichere Person zu sein, die auch gegen ihren Willen und obwohl sie sich unwohl fühlt, Dinge tut nur damit ihre Umgebung und vor allem ihr Mann glücklich ist. So geht sie mit ihm in ein Bordell, hat ein Schäferstündchen mit einer Prostituierten, nur damit er sie nicht, wie befürchtet, verlässt.
Roche selbst hat geäußert, dass die Handlung in beiden Romanen sehr stark autobiographisch sei. Nur was genau, sagte sie nicht, man möchte es als Leser aber auch nicht unbedingt wissen.

Die Handlung des Roman beschränkt sich auf drei Tage. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag. Die Erzählungen von Elizabeth, aus deren Sicht wir das Ganze erleben, ziehen sich sehr zäh in die Länge. Sie springt von der Gegenwart urplötzlich in die Vergangenheit, mal zum Unfall, mal zu einer anderen Begebenheit, nur um danach wieder zurück zu hüpfen und kurz darauf wieder in eine andere Erinnerung. An einigen Stellen ist es sehr schwer dem Ganzen zu folgen.

Wer erwartet, dass Roche ihrem Schreibstil aus Feuchtgebiete die Treue hält, der irrt. Es sind nicht annähernd so viele „Ekel“-Ausdrücke zu finden wie eventuell erwartet.

Auf amazon kündigt Roche an, dass Schoßgebete „eine Achterbahn der Gefühle“ sei und auf Feuchtgebiete noch eins drauf setzen würde, doch leider ist es aus meiner Sicht eher das Gegenteil. Langweilige Passagen folgen aufeinander und nicht mal das Ende hat mich jetzt sonderlich beeindruckt.

Fazit:
Feuchtgebiete war zwar stellenweise etwas eklig, aber durchaus interessant und sogar lustig, doch Schoßgebete ist eine Ansammlung purer Langweiligkeit, die sehr dazu verleitet Passagen zu überfliegen. Man verpasst nichts. Ich kann mich glücklich schätzen, das Buch aus der Bibliothek entliehen zu haben, denn die 16,99 € sind für ein !Taschenbuch! unsagbar teuer und nur darauf zurückzuführen, dass Charlotte Roche eben ein (D-F-)Promi ist.
Ich vergebe 1 Bücherstern.

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2 Kommentare zu “Schoßgebete

  1. Das ist aber sehr traurig. Da hat sie wohl anscheinend versucht mit der ersten Szene des Buches und ihrem Schicksal das Buch in die Bestsellerlisten zu hieven.

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