Blutrote Lilien

Blutrote LilienWeise, Kathleen
Blutrote Lilien
Stuttgart [u.a.] ; Planet Girl-Verl.
326 S.   14,90 €
ISBN 978-3-522-50218-4
650 g

Inhalt:
Charlotte de Montmorency trifft in Paris im Louvre ein. Hier soll sie in die Gesellschaft eingeführt werden, den König kennenlernen und ihren Verlobten wiedertreffen.
Doch der Palast entpuppt sich als Sammelsurium von Intrigen, die sich mehr und mehr um Charlotte zusammen ziehen.

Rezension:
Der historische Jugendroman spielt Anfang des 17. Jahrhunderts. Die Religionskriege in Frankreich zwischen den Protestanten und Katholiken scheinen beendet. Durch den Edikt von Nantes, der Religionsfreiheit garantieren soll, ist das Land wieder vereint. Doch der Frieden steht auf der Kippe.
Die Hugenotten werden zwar im Palast geduldet, aber jede Handlung wird misstrauisch beäugt.

Aus Charlottes Sicht erleben wir die Geschichte. Ihre Kindheit verbringt sie auf dem Land, so dass sie die vielen Intrigen, die ihr im Palast begegnen, nicht einordnen kann. Hinter dem schönen Schein verbirgt sich eine hässliche Pflanze. Sie selbst versteht nicht, wie man jemanden nur aufgrund seines Glaubens verurteilen kann. Sie gerät sogar mit ihrem geliebten Bruder in Streit deswegen.
Auch die Unterordnung der Frau erleben wir durch Charlotte. Sie soll einen älteren Mann heiraten, von dem sie später erfährt, dass er andere Frauen hat, aber sie soll das dulden. Überhaupt muss sie immer brav und sittsam sein, nicht über Politik reden und hübsch aussehen. Alles andere wäre zu ihren Ungunsten ausgelegt.

Ein netter Nebencharakter ist der Narr des Prinzen. Angoulevent freundet sich schon kurz nach Charlottes Ankunft mit ihr. Gleich vorne im Buch befindet sich ein versiegelter Brief, dem wir entnehmen können, dass die Königin den Tod des Narren wünscht. Hier geht es wieder um die Macht am Hofe und ganz vorne die Frage der Religion.
Leider hat die Spannung, die durch das Erwarten eines Mordversuches entsteht, sehr auf sich warten lassen. Charlotte kommt in Paris an, sie lernt den Hof kennen, muss dem Unterricht beiwohnen und erkundet den Palast. Sie erfährt ein paar Dinge über König, Königin und den Prinz, aber erst im letzten Drittel überhäufen sich die Dinge.

Sprachlich ist der Roman sehr angenehm geschrieben. Die Seiten fliegen beim Lesen nur dahin. Die Autorin bleibt nicht an den Beschreibungen der Umgebung hängen, wie es im historischen Genre manchmal Gang und Gebe ist.

Direkt am Ende der Geschichte, die eventuell weitergehen könnte, befindet sich das Personenverzeichnis und die Danksagung der Autorin, der ich entnehmen konnte, dass die Figuren wirklich existierten. Mir gefällt es an historischen Romanen immer besonders, wenn ich im Nachhinein das Leben der Personen aus der Geschichte nachvollziehen kann. Recherchieren, wie ihr Leben wirklich wahr und wo der Roman andere Wege mit ihnen ging.
So habe ich die eine grobe Einschätzung bei Wikipedia gefunden, die in den meisten Fällen mit dem Roman Blutrote Lilien übereinstimmt.
Prinz Condé ; Charlotte ; die Montmorencys

Fazit:
Ein historischer Pageturner, dem etwas die Spannung fehlt, der aber dennoch ein gutes, nicht zu tiefgreifendes Bild, über die Zeit der Religionskriege zeigt.
Ich vergebe   4 1/2 Büchersterne.

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