Nichts

Teller, Janne : Nichts    was im Leben wichtig ist
München ; Hanser, 2010
ISBN 978-3-446-23596-0       12,90 €
139 S.

Nichts was im Leben wichtig ist

Nichts bedeutet irgendetwas,
das weiß ich seit Langem.
Deshalb lohnt es sich nicht, irgendetwas zu tun.
Das habe ich gerade herausgefunden.

Inhalt:
Pierre Anthon geht nicht mehr zur Schule. Stattdessen sitzt er auf einem Pflaumenbaum und wirft mit Pflaumen. Er ruft den anderen hinunter das Nichts, absolut gar nichts von Bedeutung ist und es lohnt sich deshalb nicht irgendwas zu tun. Seine Klassenkameraden wollen ihm das Gegenteil beweisen und errichten einen „Berg der Bedeutung“, doch irgendwas geht dramatisch schief.

Rezension:
Der Sinn des Lebens, schon viele haben danach gesucht und viele denken in einem ruhigen Moment daran.
Da kommt ein Junge namens Pierre Anthon daher und behauptet, dass es nichts gebe, was im Leben wichtig sei. Man stürbe ja eh irgendwann und das was man im Leben vollbracht hat, wird sowieso vergessen. Man lebt um zu sterben. Also, warum dann der Aufwand?

Die Schüler der Klasse 7A versuchen Pierre Anthon vom Gegenteil zu überzeugen. Dass es durchaus einen Sinn gibt. Jeder hat etwas von Bedeutung und so muss jeder etwas „opfern“.
Zuerst waren es nur einfache Schuhe, aber was sich so langsam unter die Kinder mischt ist etwas anderes. Sie suchen ganz gezielt nach etwas, dass dem anderen wirklich nahe geht und ihn hart trifft, wenn es weg wäre. Denn dass ist es zwangsläufig auf dem Berg. Und so buddeln sie einen Sarg aus, zerstören eine Jesusfigur, verlieren ihre Unschuld und töten sogar.
Ist es das wirklich wert? Die Frage stellte ich mir. Ist die Bedeutung wirklich ein Leben wert? Warum ignoriere ich diesen Jungen nicht einfach?

Janne Teller schafft es in ihrem Werk von 2001 den Leser zum Nachdenken zu bringen. Nicht nur während des Lesens, sondern Stunden und Tage später. Über die Geschichte an sich und über sein eigenes Leben. Durch das Mädchen Agnes, das ihre Schuhe opfert und mit dazu beiträgt, dass immer wertvollere Dinge auf dem Berg landen, schreiten wir durch die Geschichte. Wir erleben ihren Neid und Missgunst. Ich ertappte mich dabei, wie ich Agnes „dumm“ schimpfte, aber gleich darauf dachte: Sie ist ja gerade erst in die 7.Klasse gekommen. Sie steckt mitten in der Pubertät, ist zwischen 12 und 14 Jahren und genau da sucht man nach einem Sinn. Einem Platz im Leben. Und man lässt sich leicht verleiten, will keine Grenzen kennen und überschreitet ebenso viele.

Fazit:
Janne Tellers Buch wurde in ihrem Heimatland Dänemark zunächst an den Schulen verboten, erhielt später aber den Kinderbuchpreis des dänischen Kulturministeriums und sprang auf die Bestsellerlisten. Zurecht. Erschütternd, nachdenklich und unbegreiflich zugleich. Ich saß lesend im Zug, als ich kurz vorm Schluss aufblickte und feststellte, dass meine Haltestelle schon die nächste war. Das Buch fesselte mich, bestürzte mich und lies mich nachdenklich zurück.
Ich vergebe daher: BüchersternBüchersternBüchersternBüchersternBücherstern 5 Büchersterne. Mein Monatshighlight im August.

P.S.: In Krieg – Stell dir vor, er wäre hier schafft die Autorin ebenfalls den Leser zum Nachdenken zu bringen. Was wäre jetzt los, wenn in meinem Land Krieg wäre? Wo würde ich sein, meine Freunde, meine Familie? Was würde ich tun?…. Nur 59 Seiten, aber Top!

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